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Vorzeigeprojekt in Putzbrunn soll Kinder zusammenbringen

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Von: Bert Brosch

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Das Gelände des Salberghauses.
Auf dem Gelände des Salberghauses soll eine neue Kindertageseinrichtung entstehen. © Bert Brosch

Das Salberg-Kinderhaus will seine alte Kita durch einen Neubau ersetzen. Dort sollen dann erstmals auch Kinder aus der Gemeinde betreut werden.

Seit 1967 bietet das Salberghaus in der Theodor-Heuss-Straße für 200 Kinder zwischen zwei Wochen und zehn Jahren sowie deren Familien Betreuung, Förderung und Unterstützung an. Nun will die Einrichtung eine neue Kindertageseinrichtung bauen – die derzeitige ist veraltet. Die Gemeinde soll 80 Prozent der kalkulierten Kosten von 2,6 Millionen Euro bezahlen – dafür sollen erstmals auch Kinder aus der Gemeinde die Einrichtung besuchen.

Bislang gehen keine Kinder aus dem Salberghaus in gemeindliche Kindergärten oder Krippe. „Das wäre jetzt zum ersten Mal eine direkte Begegnung von unseren Kindern mit denen, die dort ambulant, stationär und teilstationär betreut werden und zum Teil schlimme Schicksale hinter sich haben“, sagte Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD). Daher befürworte er das neue Konzept sehr stark, „das wäre eine echte Vernetzung und Zusammenarbeit. Ich könnte mir sogar vorstellen“, ergänzte der Bürgermeister, „dass es für so ein Vorzeigemodell auch Zuschüsse vom Freistaat oder dem Landkreis gibt. Denn die Summe von 2,1 Millionen Euro, das wäre schon ein sehr großer Batzen für uns.“

Altes Gebäude stark sanierungsbedürftig

Träger des Salberghauses ist die Katholische Jugendfürsorge. Auf dem eigenen Grundstück plant die Einrichtung den Neubau einer Kindertagesstätte. Die Nutzung der aktuellen Räumlichkeiten sei künftig nicht mehr möglich, da das gesamte Gebäude saniert oder abgerissen werden muss. Im neuen Gebäude soll sowohl eine Kinderkrippe mit zwei Krippen- und einer Kindergartengruppe wie auch die Kindergartengruppe der stationären Einrichtung des Salberghauses untergebracht werden. Es soll so „ein inspirierendes und einmaliges Projekt“ entstehen, eine Kooperation von stationären Wohngruppen und Kindern aus der Gemeinde geben.

2,6 Millionen Euro Gesamtkosten

Die Gesamtkosten belaufen sich nach dem aktuellen Planungsstand auf 2,6 Millionen Euro, nach dem Verteilungsschlüssel von vier Fünftel zu einem Fünftel ergebe sich für die Gemeinde ein Kostenanteil von 2,1 Millionen Euro. Die jetzige Kita Salberghaus wurde ohne finanzielle Unterstützung der Gemeinde errichtet, dafür auch keine Fördermittel beantragt. „Die in den letzten zehn Jahren errichteten Kinderkrippen Oedenstockacher Wölflein und Kleine Strolche wurden von der Gemeinde komplett finanziert und an die Träger schlüsselfertig übergeben. Die gleiche Vorgehensweise ist auch beim Kinderhaus beschlossen“, sagte Klostermeier.

Forderung nach Parkplätzen

Bislang gebe es noch keinen Bauantrag, der soll allerdings bis spätestens August kommen. Doris Böhm (Grüne) befürwortet das Zusammenkommen der Putzbrunner mit den Salbergkindern sehr. „Aber warum bauen die nur eine Kindergartengruppe, die sollen gleich eine zweite bauen, dann können auch die neuzugezogenen Kinder aus der Parkstraße dort hin“, sagte Böhm. Außerdem solle die Gemeinde darauf drängen, dass die Einrichtung Parkplätze auf ihrem Grund baut, „die parken jetzt alle in der Theodor-Heuss-Straße.“ Eduard Boger (CSU) unterstützt die Idee uneingeschränkt, „das ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die wir finanziell begleiten sollten. Aber die Summe ist schon hoch, da brauchen wir zuerst konkrete Daten über Zuschüsse und staatliche Unterstützung.“ Klostermeier sicherte zu, alle Möglichkeiten der Unterstützung zu eruieren, „wir brauchen natürlich auch Sicherheit bezüglich Belegungszahlen, Mietdauer und dem vorhandenen Personal.“

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