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An seinem Lieblingsplatz in Putzbrunn: Walter Hois vor dem Bürgerhaus. 

Bürgermeisterwahl

Walter Hois (GPP) setzt auf Wir-Gefühl

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Bei der Bürgermeisterwahl 2012 hat Walter Hois noch Edwin Klostermeier unterstützt – nun will er ihn ablösen. Der Kandidat der GPP setzt auf ein „neues Wir-Gefühl“ in Putzbrunn und spart nicht mit Kritik am SPD-Rathauschef.

Putzbrunn – Seit einem Vierteljahrhundert arbeitet Walter Hois bei der Firma Gore, aktuell als Fachkaufmann. Zudem sei er dort Coach für „lösungsorientierte Problemstellungen“, wie er sagt, und betreibe sogenanntes Sweet-Spot-Coaching. Heißt frei übersetzt: Ist ein Mitarbeiter im Job unzufrieden, hilft ihm Hois dabei, eine Alternative zu finden – möglichst den „Sweet Spot“, auf Deutsch „süßer Punkt“, also jenen Arbeitsplatz, an dem sich der Mitarbeiter rundum wohl fühlt.

Wo sich Walter Hois’ eigener süßer Punkt befindet, liegt auf der Hand: im Putzbrunner Rathaus, genauer gesagt auf dem Bürgermeistersessel. Dort will der 52-Jährige nach der Wahl am 4. März Platz nehmen, bei der er als Kandidat der Gemeinschaft pro Putzbrunn (GPP) antritt – gegen Eduard Boger (CSU) und Amtsinhaber Edwin Klostermeier (SPD). Letzteren haben Hois und die GPP vor sechs Jahren noch unterstützt. Seither habe sich der Bürgermeister aber verändert, so Hois – „und nicht zum Besseren“.

Ein einschneidendes Erlebnis für ihn sei das angestrebte Bürgerbegehren rund um die Flüchtlingsunterkunft in der Waldkolonie gewesen, das der Gemeinderat 2013 ablehnte. „Da wurde der Bürgerwille mit Füßen getreten“, echauffiert sich der GPP-Mann. Und: „Da hat der Bürgermeister sein wahres Gesicht gezeigt.“ Überdies habe er nach der Kommunalwahl 2014 im Gemeinderat erlebt, dass Klostermeier „nicht mehr ehrlich zu den Bürgern ist“. Als Beispiel nennt Hois die Debatte um den dritten Teilabschnitt der Ortsumfahrung. „Da hat der Bürgermeister die sogenannte A-Trasse so verkauft, als sei alles in trockenen Tüchern. Aber Fakt ist: Er hatte nicht mal ansatzweise eine Chance, diese Trasse zu realisieren.“

Scharfe Attacken auf den Amtsinhaber

Klostermeier zu attackieren – mitunter auch scharf – ist eine Strategie von Hois und der GPP im Wahlkampf. Darüber hinaus wirbt der Familienvater damit, dass er im Fall eines Wahlsiegs die Bürger stärker einbinden wolle – über Bürgerwerkstätten, Bürgerpaten und einen Bürgerstammtisch à la „Jetzt red i“.

Dass man Menschen zum Mitmachen motivieren könne, zeige das Dorffest, sagt Hois, der diese Veranstaltung federführend organisiert. Er träumt von einem „neuen Wir-Gefühl“ in Putzbrunn – freilich unter einem neuen Bürgermeister.

Darüber hinaus vergisst Hois kaum einmal zu erwähnen, dass er – anders als seine Konkurrenten – gebürtiger Putzbrunner ist. Aufgewachsen im großväterlichen Haus in der Waldkolonie ist er hier zur Schule gegangen, hat beim PSV gekickt und zahllose Stunden in der Bücherei und bei Veranstaltungen im Bürgerhaus verbracht, weshalb er selbiges als seinen „Lieblingsplatz“ in Putzbrunn bezeichnet. Nachdem er zwischenzeitlich zehn Jahre in der Heimat seiner Frau nahe Bad Aibling gelebt hat, wohnt Walter Hois inzwischen wieder in seinem Elternhaus, zusammen mit Vater, Mutter, seiner Ehefrau und dem 19-jährigen Sohn.

Noch mal aus Putzbrunn wegzuziehen, käme für ihn nicht infrage, sagt Hois. Beenden wird er dagegen im April sein Engagement bei Gore – unabhängig vom Wahlausgang. Plan A für die Zeit danach sei das Bürgermeisteramt, betont Hois, dessen Kandidatur von den Freien Wählern im Ort unterstützt wird.

Bei „Gore“ hört er auf jeden Fall auf

Dennoch gebe es auch einen Plan B, zu dem er sich aber noch nicht konkret äußern mag. Nur so viel: „Ich habe ein großes Netzwerk aufgebaut und inzwischen einige Firmen, die warten, mit mir den nächsten Schritt zu gehen.“

In diesem Fall müsste sich Walter Hois also nach dem zweitsüßesten Job für ihn umschauen. Weit lieber jedoch würde er Edwin Klostermeier auf die Suche nach dessen „Sweet Spot“ schicken. Als Coach könne er dem Rathauschef dabei aber nicht helfen, sagt der GPP-Mann. Denn: „Ich kann zwar jemanden erklären, was sein Sweet Spot ist und was nicht. Aber aus der Psychologie heraus muss die Person das erst mal selbst erkennen.“

Porträts

Vor der Bürgermeisterwahl in Putzbrunn am 4. März stellen wir alle drei Kandidaten vor – in alphabetischer Reihenfolge. Bisher erschienen ist das Porträts von Eduard Boger (CSU). In den nächsten Tagen folgt noch Amtsinhaber Edwin Klostermeier (SPD).

Steckbrief

Name: Walter Hois 

Verein: Gemeinschaft pro Putzbrunn (GPP)

Alter: 52 

Beruf: Einkaufsmanager bei der Firma Gore

Familienstand: verheiratet, einen Sohn, Sebastian (19)

Hobbys: Kommunalpolitik und Handwerken

Lebt in Putzbrunn seit: Geburt 

Darum will ich Bürgermeister werden: „Weil ich denke, dass Putzbrunn eine andere Art von Kommunalpolitik benötigt – und dafür braucht es einen Bürgermeister, der bürgernah ist, klare Ziele verfolgt und das Herz am richtigen Fleck hat.“ 

Mein Lieblingsplatz in Putzbrunn ist: „Das Bürgerhaus, weil ich damit so viel verbinde. Gleich ums Eck bin ich zur Schule gegangen und habe Fußball gespielt, hier drin war ich oft in der Bücherei, bei Faschingsbällen und anderen Veranstaltungen, und oben im ersten Stock sitze ich inzwischen bei Gemeinderatssitzungen.“ 

Mein Wunsch für Putzbrunn: „Mein Wunsch wäre, dass wir in Putzbrunn zu einem neuen Wir-Gefühl kommen und dass die Bürger sich gegenseitig unterstützen.“

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