1. Startseite
  2. Lokales
  3. München Landkreis
  4. Putzbrunn

Weg mitten durch den Vorgarten des Bürgermeisters - Diese Vorstellung verärgert Klostermeier

Erstellt:

Von: Bert Brosch

Kommentare

Auf dem Feld rechts wird das neue Putzbrunner Gymnasium entstehen. Im Hintergrund steht das Doppelhaus von Bürgermeister Klostermeier, über dessen Grundstück hätte die FWG/FDP gerne einen Fußweg gelegt. Foto: bb
Auf dem Feld rechts wird das neue Putzbrunner Gymnasium entstehen. Im Hintergrund steht das Doppelhaus von Bürgermeister Klostermeier, über dessen Grundstück hätte die FWG/FDP gerne einen Fußweg gelegt. © Bert Brosch

Ein Prüfungsantrag der Fraktionsgemeinschaft FWG/FDP verärgert Putzbrunns Bürgermeister Edwin Klostermeier. Schließlich geht es um einen Weg durch seinen Garten.

Putzbrunn – Putzbrunns Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) kann sich kaum beruhigen. „Entweder ist dieser Antrag Böswilligkeit oder totales Unvermögen – auf alle Fälle ist das ein direkter Angriff auf mich und meine Familie“, schimpft Klostermeier. Die Fraktionsgemeinschaft FWG/FDP hatten im Bauausschuss den Prüfungsantrag gestellt, einen Fußweg zum Gymnasium quer durch Klostermeiers Vorgarten zu bauen.

FWG/FDP-Fraktionsvorsitzender Josef Jakob ist sich keiner Schuld bewusst. „Wir wollten das im Bauausschuss einfach mal prüfen lassen, ob so ein Weg, der für die Kinder aus der Kiefer- und Lärchenstraße gut 300 Meter Ersparnis sowie einen sicheren Fußweg zum neuen Gymnasium bedeuten würde, möglich wäre“, erklärt Jakob. Es würde sich um einen lediglich einen Meter breiten Fußweg handeln. Dafür könne der Grundstücksinhaber, der eben zufällig der Bürgermeister sei, ja einen Grundstückstausch vornehmen, wie es andernorts mehrfach gemacht worden sei. Auf die Nachfrage, ob die Fraktion nicht gewusst habe, wem das betreffende Grundstück gehöre, sagte Jakob vielsagend: „Das kann schon sein, dass das bekannt war, ändert aber nichts an der Tatsache, dass dies ein sehr sinnvoller Weg wäre.“

Für Klostermeier ist der Antrag unverständlich. „Bevor ich so etwas prüfen lasse, informiere ich mich doch darüber, ob das überhaupt möglich ist, ob da ein Bebauungsplan geändert wurde oder geändert werden soll.“ Beides sei nicht der Fall. Daher vermutet Klostermeier, dass speziell Jakob hier eine Retourkutsche gegen ihn fahren wollte. „Vor fünf Jahren wollte Jakob einen Stadel bauen, ich war entschieden dagegen, Jakob hat sich leider durchgesetzt. Mit seiner Halle hat er das fehlende Stück der Putzbrunner Umgehungsstraße verhindert. Dass ich immer dagegen war, das wollte er mir wohl jetzt heimzahlen und mich am liebsten enteignen lassen“, glaubt Klostermeier. Es könne laut Bürgermeister aber auch sein, dass die FWG sauer darüber sei, dass sie so gut wie keinen Antrag im Gemeinderat durchbekommt. „Aber das bin ja nicht ich alleine, sondern die Mehrheit der Gemeinderäte. Dass er jetzt mich und meine Familie direkt angreift – so etwa würde ich nie tun.“ Außerdem gebe es genügend sichere Rad- und Fußwege sowie Bushaltestellen rund um das neue Gymnasium, dieser Fußweg sei eine Einsparung von maximal 200 Metern, also unnötig, sagte Klostermeier.

Josef Jakob weist den Verdacht des Nachkartens weit von sich. „Das war ein Fraktionsantrag und nicht meiner. Außerdem ist das Demokratie, dass man mal gewinnt und mal verliert. Wir wollten das ja auch nur prüfen lassen – aus meiner Sicht, hätte der Bürgermeister als Betroffener weder etwas dazu sagen noch abstimmen dürfen“, sagt Jakob. Außerdem hätte er, so Jakob, kein Wort von Enteignung gesagt, den Begriff habe Bürgermeister Klostermeier ins Spiel gebracht. „Wir haben einen Grundstückstausch vorgeschlagen. Und der Bürgermeister könnte ja auch mal etwas Gutes für die Allgemeinheit tun, nicht immer nur die Landwirte.“

Die anschließende Abstimmung verlor Jakob im Bauausschuss gegen sechs Nein-Stimmen.

Auch interessant

Kommentare