Mann droht mit Bombe: Entwarnung nach Großeinsatz in München und Ingolstadt

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Ein schweres Los haben die beiden Totengräber (v.l.) Schippe (Klaus Bauer) und Schaufe (Hubert Böhm) zu tragen. Ihr Lohn ist karg, weil einfach niemand sterben mag.

Theatergruppe des Putzbrunner Sportvereins spielt

Wenn's eng wird für die Totengräber

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Putzbrunn  Es gibt sie noch, die Perlen der Volksstücke, weitgehend unentdeckt, voller Überraschungen und Wendungen, die nicht gleich am Anfang erraten lassen, wer mit wem zum glücklichen Ende verbandelt wird. Zu diesen Stücken gehört der makabre Schwank „G’spenstermacher“ von Ralph Wallner.

 Aufgeführt wurde die Komödie von der Theaterabteilung des Putzbrunner Sportvereins im Bürgerhaus. Für die Theaterfreunde ein kurzweiliges Vergnügen. Im Mittelpunkt stehen die beiden unbedarften und zauseligen Totengräber Schippe (Klaus Bauer) und Schaufe (Hubert Böhm). 

Im tristen Moortaler Moos fristen sie gerade so ihr Leben. Mit dem monatlichen Einkommen kommen sie bisher über die Runden, bessern es mit Nebenjobs auf. Doch damit soll es nun vorbei sein. Es muss gespart werden, die Personalkosten sind zu hoch. Das Landratsamt zieht die Reißleine. Statt der monatlichen Pauschale wird es künftig nur ein leistungsbezogenes Entgelt geben. „Wenn nicht mindestens zwei pro Monat ins Gras beißen, beißen wir trocken Brot“, ahnt Schippe und rechnet vor: Bisher gab es im Schnitt nur drei Bestattungen. Schuld ist „die beschissen gute Landluft, da stirbt keiner“, weiß Schaufe. „Wenn die Pest oder die Cholera ausbricht, werd’ ich ein reicher Mann“, sinniert Schaufe. Guter Rat ist teuer und den hoffen sie bei einem Schoppen Wein zu finden.

 Doch zum Trinken kommen sie nicht. In letzter Sekunde entdecken sie, dass vor ihnen auf dem Tisch nicht eine Flasche Wein, sondern Gift steht. Hier hilft der Zufall. Die Moorwirtin (Biggi Schwarzbauer) genehmigt sich einen Schluck. Und auch die reiche Witwe Vevi Veichtl (Gisela Weidner) kann nicht widerstehen. Gerade ein Jahr ist es her, dass ihr „armer Kaspar“ den letzten Schnaufer getan hat. Jetzt ist sie wieder zum „Abschuss freigegeben“. Das muss gefeiert werden. Für Schippe und Schaufe wird das zum nicht erwarteten Glücksfall. 

Der Weg zum unverhofften Einkommen ist frei. Die Sache hat nur einen Haken: Ein Fluch der Dorfverrückten Philomena (Bärbel Roth) verurteilt die beiden Frauen als Gespenster äußerst fidel weiter durchs Dorf und das Wirtshaus zu geistern und dabei für allerlei Verwirrung zu sorgen. Nicht nur Schippe und Schaufe machen sie das Leben äußerst schwer. Regisseur Robert Böck ist es gelungen, das Stück einfallsreich und voller Tempo zu inszenieren. 

Voller Humor reizt es die Zuschauer immer wieder zum Lachen und provoziert spontanen Szenenapplaus. Zum vergnüglichen und kurzweiligen Erlebnis wird der Abend vor allem durch die Leistungen der Darsteller, die ausgiebig die Chance nutzen, in ihren Rollen zu glänzen. Sie überzeugen auf der ganzen Linie, fast so, als sei ihnen das Stück auf den Leib geschrieben. 

Strahlende Gesichter gab es nach der Premiere bei allen Beteiligten, den Zuschauern und Willi Bajer, der die Gesamtleitung hatte. „Für uns war das ein Experiment. Zum ersten Mal in unserer mehr als 40-jährigen Geschichte spielen wir nicht im November, sondern im April. Ich hatte da Bedenken, ob überhaupt ein Zuschauer kommt.“ Seine Furcht war grundlos. Das Schmankerl unter den Volksstücken wollte sich keiner entgehen lassen. Weitere Aufführungen sind am Freitag, 22. April, und am Samstag, 23. April jeweils um 20 Uhr. Am Sonntag, 24. April, beginnt die Aufführung bereits um 17 Uhr. Restkarten gibt es an der Abendkasse.

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