Putzbrunn: Verdacht auf Asiatischen Laubholzbockkäfer in drei Linden

Putzbrunn - Der Schreck ist gewaltig. Mitten im Sommer welken die Blätter von drei jungen Linden entlang der Keferloher-Marktstraße in Putzbrunn und sterben ab. Der erste Verdacht: Der Asiatische Laubholzbockkäfer wütet nach Feldkirchen und Haar nun auch in Putzbrunn.

Die Gemeinde Putzbrunn informiert sofort einen Förster. Der untersucht die drei abgestorbenen Linden an der Keferloher-Marktstraße eingehend - und gibt schließlich Entwarnung: Die Schäden hat nicht der Asiatische Laubholzbockkäfer verursacht, sondern es waren Larven des Nachtfalters Blausieb, häufig auch Holzbohrer genannt.

Die Schäden allerdings sind ähnlich wie die in Feldkirchen und Haar, wo sich der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) durch die Bäume frisst (wir berichteten). „Bei jungen, bis zu zehn Jahre alten Bäumen, legen die Blausieb-Weibchen die Eier in den Rindenrissen der Wirtsgehölze ab. Das geschieht zwischen Juni und August. Wenn die Larven geschlüpft sind, bohren sich diese bis zu 30 Zentimeter tief in die Stämme ein und schaffen den Larven Platz zum Überwintern“, berichtet Daniel Blessing vom Bauhof in Putzbrunn. Wäre der ALB in Putzbrunn aufgetaucht, hätte das bedeutet, dass die 52 vor zwei Jahren gepflanzten Bäume gefällt und entsorgt hätten werden müssen.

Umso erleichterter sind die Verantwortlichen in Putzbrunn, dass die jungen Linden „nur“ dem Holzbohrer zum Opfer gefallen sind. Bei älteren Bäumen nutzt der Schädling die Äste für seine Bohrgänge. „Da reicht es dann, die Äste zu entfernen“, erklärt Blessing. „Bei jungen Bäumen aber werden die Stämme befallen, deshalb können die Bäume absterben“, sagt Blessing. Die drei abgestorbenen Linden sind mittlerweile entfernt.

Vier weitere Bäume seien gefährdet, meint Blessing. Deren Rinde sei durch einen Gewittersturm geschädigt. Das könnten die Schädlinge nutzen, um weitere Eier abzulegen. „Wir beobachten das ganz genau. Alle vier Wochen nehmen wir alle Bäume, auch die gesunden, unter die Lupe. Damit hoffen wir weitere Schäden zu verhindern.“

Erleichtert ist auch Putzbrunns Bürgermeister Edwin Klostermeier. „Der Befall durch den Asiatischen Laubholzbockkäfer wäre der Gau gewesen. Dann hätten wir handeln müssen wie die Gemeinde Feldkirchen.“ Aber auch das Auftreten des Blausieb-Nachtfalters sei bitter. „Jede der 52 gepflanzten Linden hat 300 Euro gekostet.“ Sie wurden von Putzbrunner Bürgern gespendet. Jeder hat eine Urkunde bekommen und weiß, welcher Baum von ihm stammt. „Die Spender identifizieren sich mit ihrem Baum“, sagt Klostermeier.

Noch in diesem Herbst sollen die drei umgeschnittenen Bäume, von denen nur kurze Stümpfe stehengeblieben sind, deshalb ersetzt werden. „Die Gemeinde schafft neue Bäume an“, verspricht Klostermeier. Noch etwa sieben Jahre wird es dauern, bis die Bäume so stark gewachsen sind, dass ihnen die gefräßigen Blausieb-Larven nichts mehr anhaben können, zumindest nicht den Stämmen. „Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagt Blessing. „Die künftige Lindenallee ist nicht gefährdet.“

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