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Querelen um die Quelle

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„Treibende Gäule“ der Bürgerinitiative „Riemerling Ost – Pro M-Wasser“ sind Ursula Stolte (2.v.r.), Hermann Able (3.v.r.) und Martina Hilmer (5.v.r.). Foto: kn

Riemerling - Das Thema Wasserversorgung schlägt weiter Wellen in Riemerling-Ost. Jetzt hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die sich gegen die Anbindung des Gemeindeteils an das Hohenbrunner Wasserwerk wehrt.

Seit der Hohenbrunner Gemeinderat im Dezember beschlossen hat, den Wasserliefervertrag für Riemerling- Ost mit der Stadt München nicht zu verlängern und eine Anbindung an das Hohenbrunner Wasserwerk zu prüfen (wir berichteten), ist ein Teil der betroffenen Riemerlinger äußerst verstimmt. Dass der Gemeinderat ohne die Bürger zu fragen über deren Trinkwasserversorgung entscheiden wolle, das stört auch Martina Hilmer gewaltig. Deshalb war sie nun auch ein „treibender Gaul“ - so sagt sie selbst - bei der Gründung der Bürgerinitiative „Riemerling Ost - Pro M-Wasser“. Die setzt sich für eine Verlängerung des Vertrags mit der Stadt München ein.

Mit einer Unterschriftensammlung möchten Hilmer und die zehn weiteren Gründungsmitglieder der Initiative belegen, dass ein Wasserwechsel bei den betroffenen Bürgern unerwünscht ist. Zu viel Nitrat, zu viel Bromat und letztlich auch nicht günstiger - das Hohenbrunner Wasser kann in ihren Augen nicht mit dem der Landeshauptstadt mithalten. „Bis zum 5. Juni laufen wir mit Unterschriftenlisten durch Riemerling“, kündigt Hilmer an.

Die ganze Aufregung um das Wasser hält Hohenbrunns Zweiter Bürgermeister Benno Maier für überflüssig. Da der Vertrag mit München im Jahr 2013 ausläuft, habe die Gemeinde „vorsorglich gekündigt, sonst wäre es später nämlich nicht mehr möglich“. Nun wolle man erst einmal alle Zahlen auf dem Tisch haben um die Vor- und Nachteile einer Anbindung an das gemeindeeigene Wasserwerk klar benennen zu können. Schließlich würden die Bürger in Riemerling-Ost im Moment „20 bis 25 Cent mehr für den Kubikmeter Wasser bezahlen als die Hohenbrunner“. Maier erhofft von einem Wasserwechsel auch finanzielle Vorteile für die Gemeinde. „Wir könnten den Verbrauch steigern“ - momentan sei das Wasserwerk noch nicht gänzlich ausgelastet.

Für die Bürgerinitiative zieht das finanzielle Argument jedoch überhaupt nicht. Die Gemeinde habe bei ihren bisherigen Preisvorteilsrechnungen die noch unbekannten Investitionskosten ignoriert, die im Falle eines Wechsels auf sie zukommen würden. „Drei bis vier Millionen Euro“, schießt Hilmer ins Blaue.

Eben weil diese Zahlen noch nicht bekannt sind, hält Maier eine Bürgerbefragung für verfrüht. Die könne man mit den neuen Fakten schließlich immer noch durchführen. Ob dies allerdings geschehe, und ob dann nur Betroffene oder alle Hohenbrunner abstimmen dürften, darüber „gibt es von der Gemeinde noch keine Entscheidung“, sagt Maier.

Sebastian Horsch

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