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Lieblings-Variante der Planer: Beginn ist in München-Neuherberg, Ziel das Forschungszentrum der TU München. Der Weg führt an großen Straßen entlang, schont die Natur. Anders als Variante 2 (siehe unten).

Radl-Autobahn München - Unterschleißheim - Garching

Radschnellweg macht Radler unglücklich

Während die Planer die Trasse für den geplanten Radschnellweg lieber entlang der großen Straßen führen wollen, haben die Radler selbst ganz andere Vorstellungen. Sie präferieren eine Route durch die Natur.

Unterschleißheim – Unter großem Interesse der Öffentlichkeit hat das Büro „Kaulen“ den Verlauf der favorisierten Trasse für den Radschnellweg von München nach Unterschleißheim/Garching erläutert. Dabei stellte sich heraus, dass Radfahrer mitunter andere Maßstäbe an eine Strecke legen als die Planer. Sie radeln lieber durch die Natur, während die Planer gerade daran denken, möglichst wenig Natur zu schädigen.

Vier Varianten hatte das Planungsbüro in der vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München und dem Landkreis München ausgerichteten Veranstaltung zur Disposition gestellt. Wobei die durch den Berglwald führenden Varianten drei und vier aufgrund von „Nutzungskonflikten“ – etwa mit Fußgängern – von vornherein durchfielen. Variante zwei gefällt den Radlern. Sie führt unter anderem durch die Fröttmaninger Heide – für die Planer ein K.O.-Kriterium.

Als ein Zuhörer in der anschließenden Diskussionsrunde in Unterschleißheim den Verlauf der von Kaulen bevorzugten Variante eins entlang der B 13 und der B 471 bemängelte, und meinte, viel lieber durch den Berglwald zu radeln, als sich durch den Mief von Auspuffgasen und den Gestank der Müllhalde zu quälen, erntete er großen Applaus. Da auch einige Mitglieder der „Bürgerwerkstatt Unterschleißheim“ zugegen waren, ist wohl damit zu rechnen, dass die Debatte um die Vorzugsvariante im Lenkungskreis erneut aufbranden wird.

Großes Interesse an Informationsveranstaltung

Beinahe scheint es, als hätte man in Unterschleißheim überhaupt nicht mit so großem Interesse am Thema gerechnet. Gerade mal 100 Stühle waren im Nebenraum des Bürgerhauses aufgebaut worden. Die waren im Nu belegt, und Bürgermeister Christoph Böck (SPD) war geschickt genug, seine Überraschung wie Freude darüber anklingen zu lassen, dass sich so viele Unterschleißheimer an einem tristen Montagabend ins Bürgerhaus verirrt hatten. Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie „Kaulen“ ist im Grunde nicht neu. Schon im Oktober hatte das Planungsbüro aus Aachen die Kreisräte informiert: Letztendlich sieht Kaulen für den Radschnellweg nach Garching und Unterschließheim nur zwei Varianten vor. Aufgrund eines eigens erdachten Punktesystems erhielt die Variante eins den Vorzug. Sie führt von München-Neuherberg entlang der B 13 nach Unterschleißheim und weiter, am U-Bahnhof Garching-Hochbrück vorbei, an der B 471 entlang bis zum Forschungszentrum der TU München.

Dieser Radschnellweg ist einer von insgesamt 14, die der Planungsverband dem Münchner Landratsamt im Mai 2015 für den Landkreis vorgestellt hatte. Die Strecke nach Garching und Unterschleißheim wurde als Pilot ausgewählt. Zwischenzeitlich haben weitere Gemeinden Wünsche für einen Radschnellweg geäußert. Radschnellwege boomen bundesweit. Der gegenwärtig längste ist mit 101 Kilometern im Ruhrgebiet angelegt. Als Vorbild gelten die Niederlande.

Jede Variante kostet um die 35 Millionen Euro

Für jede Variante rechnet Kaulen mit 35 bis 40 Millionen Euro Kosten. Variante eins wäre mit 34 Millionen Euro vergleichsweise preiswert. An einen genauen Zeitplan wagt sich das Büro nicht. Auf eine entsprechende Frage aus dem Publikum sagte Büro-Chef Ralf Kaulen, er erwarte den Spatenstich in frühestens zwei Jahren. Ein weiteres Jahr muss wohl für den Bau gerechnet werden.

Was die erhoffte Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt betrifft, äußerte sich Landrat Christoph Göbel (CSU) zuversichtlich. Er hoffe, dass München seinen Beitrag leiste. Die Trasse würde demnach nicht erst an der Stadtgrenze starten, sondern bereits am Hauptbahnhof oder am Stachus.

Im Internet

ist die Studie hier zu finden.

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