Raiffeisenbank plant neues Lagerhaus

- Gemeinde erhofft sich Verkehrsentlastung

Feldkirchen (kw) - Entlastung für die Anwohner und den Verkehr rund um die Raiffeisenstraße oder auf lange Sicht der Auftakt für ein neues Verkehrsproblem am Heimstettener See? Der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Feldkirchen hat sich mit dem Bauantrag der Raiffeisenbank Feldkirchen befasst, die am Kiesgrund ein neues Lagerhaus errichten möchte. Es soll das alte Lager an der Raiffeisenstraße, unweit des S-Bahnhofs Feldkirchen, ersetzen.

Vor allem hofft die Gemeinde, dass die Verkehrssituation und die Anwohner der angrenzenden Straßen durch den Neubau entlastet werden. Bisher läuft der Lieferverkehr über Emmeram-, Sonnen-, Bahnhof und Richthofenstraße. Auch die Raiffeisenbank möchte die problematische Verkehrssituation nicht länger verantworten und hofft so auf eine Lösung. Zwar werden von den rund 20 000 Tonnen Getreide, die übers Jahr in der Raiffeisenstraße abgeholt werden, bereits 40 Prozent per Bahn abtransportiert, bei den Düngerlieferungen kommen sogar schon 80 Prozent über die Schiene. Dennoch ist die Verkehrssituation in den engen Straßen rund ums Lagerhaus schwierig. Die Anlieferungen per Bahn sollen auch auf dem neuen Standort am Kiesgrund weiter verstärkt werden. Außerdem ist laut TÜV-Gutachten durch die neue Getreideannahmeanlage für die dortigen Anwohner wesentlich weniger Lärm- und Staubbelastung zu erwarten.

Der neue Plan erfüllt die Forderungen von Gemeinde und Landratsamt in puncto Grundflächenzahl, Freiflächengestaltung, Fassadengestaltung und Gesamtkapazität der Anlage. Mit den im Beschlussvorschlag festgelegten Auflagen will die Gemeinde Feldkirchen sicher gehen, dass auch ohne Bebauungsplan die neue Anlage nicht ins Kraut schießt. So sichert die Raiffeisenbank eine maximale Gesamtlagerkapazität von 26 200 Tonnen zu und die Gemeinde legt diese Zahl auch als Maximalkapazität fest.

Das Lagerhaus völlig auszusiedeln sei aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht möglich und sehr problematisch, erklärt die Raiffeisenbank. Denn die aus Silos bestehenden Anlagen könnten nicht einfach auf ein anderes Grundstück übertragen werden und an einem anderen Standort würde auch der Bahnanschluss fehlen.

Gemeinderat Christoph May (CSU) äußerte sich dennoch gegen eine Genehmigung ohne Bebauungsplan. Sonst werde über jede Dachgaube diskutiert und dieses Projekt solle nun ohne Bebauungsplanverfahren genehmigt werden. Die meisten Ausschussmitglieder betrachteten es jedoch als Vorteil, wenn das alte Lagerhaus am Bahnhof verschwindet. Dem Beschlussvorschlag für den Bauantrag der Raiffeisenbank Feldkirchen e.G. wurde daher einstimmig zugestimmt, die letzte Entscheidung liegt beim Gemeinderat.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Drama an S-Bahn-Gleisen: 15-Jähriger wird von Zug erfasst - Freunde müssen alles mitansehen
Drama an S-Bahn-Gleisen: 15-Jähriger wird von Zug erfasst - Freunde müssen alles mitansehen

Kommentare