Stillhalten fürs Gruppenfoto: Ansonsten sind die Schüler des Carl-Orff-Gymnasiums mächtig in Aktion, angespornt durch ihren Lehrer Markus Schmidt (sitzend M.). Die Nachwuchs-Rapper Marcel Marquardt (sitzend l.) und Markus Kling (sitzend r.) wollen nach dem „Rap für den guten Zweck“ sogar eine professionelle Musiker-Karriere starten. fkn

"Rap für den guten Zweck": CD-Verkauf am Carl-Orff-Gymnasium

Unterschleißheim - Sie rappen gegen Drogen, für die Liebe und über den Klimawandel. Sie fragen nach dem Sinn des Lebens und beschwören den „American Dream“. Was die Acht- bis Zwölftklässler des Carl-Orff-Gymnasiums (COG) in Unterschleißheim gerade bewegt, haben sie in Reime gegossen. Das Ergebnis kann sich hören lassen.

Elf Hiphop-Songs haben die 46 Schüler aufgenommen. Die ersten 500 CDs werden seit einigen Wochen verkauft. Doch die Schüler verdienen nicht für sich, sondern für den guten Zweck: 50 Prozent gehen an den schuleigenen Marokko-AK, der den Aufbau einer Schule unterstützt; 50 Prozent gehen an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei. „Ich selbst habe eine Bekannte, die an Leukämie erkrankt ist“, erklärt Markus Schmidt (29), Sport- und Mathematiklehrer am Carl-Orff-Gymnasium, seine persönliche Motivation. Er ist der Mann hinter dem Projekt.

Die COG-Schüler Marcel Marquardt (17) und Lukas Kling (17) sind davon voll überzeugt: „Es ist angenehm, mit dem Spaß am Rappen gleichzeitig etwas Nützliches bewirken zu können“, sagen sie. Als Schmidt sie fragte, ob sie beim „Rap zum guten Zweck“ dabei sein wollten, haben sie sofort Ja gesagt. Ihr Lehrer hatte sie bereits infiziert: 2013 haben sie für den Wettbewerb „Bayern hören“ des Bayerischen Rundfunks mit Unterstützung Schmidts den „Bayernrapp“ aufgenommen - und es prompt unter die besten Sieben geschafft.

Für den „Rap zum guten Zweck“ haben sie wieder gedichtet und zu Schmidts Beats den passenden „Flow“ gesucht. „Wenn der Flow gut ist, will jeder den Song hören“, sagt Lukas Kling.

Und damit alle den Song hören können, hat Lehrer Schmidt ordentlich Überstunden gemacht. Schmidt rappt selbst in der Clubband „Deafact“ und hat ein eigenes, mobiles Tonstudio. Nach den Aufnahmen der Hip-Hop-Songs in der Schule hat er sich an den heimischen PC gesetzt, geschnitten und gemixt und die Sprech- und Instrumentalfrequenzen aufeinander abgestimmt. „Pro Song hat das etwa fünf bis zehn Stunden gedauert“, sagt Schmidt. Das CD-Cover mit einer kunstvollen Kalligrafie aus „COG“ und „Rap zum guten Zweck“ ist das Ergebnis eines Wettbewerbs der Kunstklassen.

Die Schüler Marcel Marquardt und Lukas Kling halten dank dieses Projekts nun ihre erste CD in den Händen. Und im Freisinger Lindenkeller durften sie mit ihrem Hiphop auch schon auftreten. Beides ist für jungen Männer mehr als ein Privileg - schließlich wollen sie ihre Leidenschaft später zum Beruf machen: „Wir fühlen uns wie Neil Armstrong bei seinem ersten Schritt auf dem Mond“, sagen sie mit Blick auf ihre erste CD.

(cb)

Info:

Die CD „Rap zum guten Zweck“ wird im Lehrerzimmer des Carl-Orff-Gymnasiums, auf Schulveranstaltungen und online unter www.carl-orff-gym.de zu zehn Euro das Stück verkauft. Der Vertrieb über i-Tunes soll noch folgen.

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