Im Hauptberuf Psychologinnen, im „Nebenberuf“ Sängerinnen: Julia Krebs, Laura Kracht und Marie Hamel (v.l.) bereichern die „Forensikband“ mit ihrem kraftvollen Gesang. Foto: kp

Raus aus dem Klinikalltag, rein ins Vergnügen

Haar - Es gibt viele Formen von Therapie bei psychisch kranken Menschen. Neben medizinischen Ansätzen folgt das Isar-Amper-Klinikum München-Ost der „Rezeptur“ von Peter Satzegger. Vor 15 Jahren hat der Pfleger in der Forensischen Abteilung und leidenschaftliche „Freizeit“-Musiklehrer die „Erste Allgemeine Forensikband“ gegründet - eine kleine Reminiszenz an die damals populäre „Erste Allgemeine Verunsicherung“. Mittlerweile nennt sie jeder einfach „Forensikband“, und wo sie aufspielt, geht es rund.

Jüngstes Beispiel: Ihr Auftritt als Begleitband beim Theaterprojekt des Klinikums (wir berichteten). Dort sangen und spielten nicht nur die Musiker, sondern auch viele Schauspieler. Mit dem gemeinsamen Singen der Theaterlieder brachten die Bandmitglieder Julia Krebs, Marie Hamel und Laura Kracht (im Hauptberuf alle drei Psychologinnen) besonders viel Schwung in den ohnehin fetzigen Abend. Den singenden Bobby begleiteten Mecki an seiner Mundharmonika, Christian an der Gitarre und Roland am Bass.

Gründer Peter Satzegger ist mit seinem Projekt mittlerweile so sehr verwachsen, dass er seine Arbeit als Pfleger gerne etwas zurückfahren würde. Dann könnte ich mich als eine Art „Pfleger für Kulturarbeit“ besser der facettenreichen Kultur im Klinikum widmen können, sagt er. Den Antrag für diese Halbtagsstelle hat Satzegger bereits gestellt, doch ob die Klinikleitung dem Ansinnen Rechnung tragen kann oder aus finanziellen Gründen ablehnen muss, steht noch in den Sternen.

Für einen guten Ruf seiner „Forensikband“ hat der begeisterte Musiker in jedem Fall schon einmal gesorgt. Sie wurde in diesem Jahr für den Tag der offenen Tür in der Hauptverwaltung der Regierung von Oberbayern gebucht. Insgesamt hat die „Forensikband“ rund zehn Auftritte im Jahr. Zeit zum Üben bleibt den Bandmitgliedern meist nur an ihren freien Wochenenden. Doch für solch erfolgreiche Abende, wie den im Rahmen des Theaterprojekts oder im Café Regenbogen der Klinik, nehmen sie das gern in Kauf.

(kp)

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