„Ich bin einfach aus Instinkt losgerannt“: Im Frühjahr 2015 zog Florian Schmidt aus Neubiberg am Bahnübergang Kaiserstraße einen schlafenden Mann von den Gleisen. foto: brouczek/A.

Für Zivilcourage

Regierung zeichnet 19-Jährigen aus

Belobigung für Lebensretter Florian Schmidt

Regierung zeichnet 19-Jährigen aus

Neubiberg – Es waren wenige Minuten, die den damals 17-jährigen Florian Schmidt aus Neubiberg zum Lebensretter werden ließen. Damals, im Frühjahr 2015, zog er einen schlafenden Mann von den Gleisen und rettete ihm so das Leben (wir berichteten). Für seine Zivilcourage sprach die Regierung von Oberbayern Florian Schmidt jetzt eine öffentliche Belobigung aus. Dabei sagt Florian, dass er in der Situation gar nicht nachgedacht habe: „Ich bin einfach aus Instinkt losgerannt.“

Damals, so erinnert er sich, war er gerade auf dem Heimweg vom Fußballspielen. Seine Mutter hatte ihn angerufen, er sollte zum Abendessen kommen. Als er aber in der Nähe des Bahnhofs Neubiberg auf die Gleise schaute, sah er auf den Gleisen am Bahnübergang Kaiserstraße einen Menschen liegen. Der junge Mann schlief mit einer Kapuze über dem Gesicht auf einem Abstellgleis, nur wenige Meter vom S-Bahn-Gleis entfernt.

Florian tippte den Schlafenden an und versuchte ihn zu wecken. Der junge Mann war betrunken und blutete an der Hand. Wirklich reagieren konnte er nicht, begann aber zu schreien. Der 17-Jährige ließ sich jedoch nicht abhalten und zerrte den Mann von den Gleisen. Nur wenige Minuten später fuhr eine S-Bahn ein. Florian hatte dem Mann das Leben gerettet.

Welches Glück er gehabt hatte, bekam der Gerettete allerdings gar nicht mit. Während Florian einen Passanten ansprach, um die Polizei zu rufen, schlug der Betrunkene mit einem Ast um sich und rannte dann weg. Weil Florians Beschreibung aber so eindeutig war, konnten die herbeigerufenen Beamten den 21-Jährigen schnell finden. Über zwei Promille Alkohol hatte er im Blut, wurde später festgestellt. Eine Selbstmordabsicht hatte er nicht, sondern sich an einem lebensgefährlichen Platz schlafen gelegt.

Handeln würde er immer noch genauso, sagt Florian Schmidt. Dass alle Münchner Zeitungen über ihn berichteten, findet der Zehntklässler einfach nur „krass und lustig“. Ein bisschen stolz ist er aber schon über die Ehrungen. Wenn man seinen Freunden die Medaille zeigen könne, dann realisiere man das Ganze. Der junge Mann hat sich übrigens bis heute nicht bei ihm gemeldet. Ein bisschen schade sei das schon, sagt Florian – „aber dann ist es halt so.“ Der Mann sei sowieso betrunken gewesen. „Der kann sich eh nicht mehr dran erinnern.“  bew

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