Das Renommee wächst

- Als Pokalfinalist hofft der TSV auf neue Sponsoren

VON UMBERTO SAVIGNANO Unterhaching - Ben Ibata wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte. Nach dem verlorenen Finale um den Deutschen Volleyball-Pokal lief der Mittelblocker des TSV Unterhaching sofort zu den Anhängern, um sich für deren Unterstützung zu bedanken. Die nimmermüde Anfeuerung durch die rund 100 mitgereisten TSV-Fans machte es Ibata und seinen Mannschaftskameraden, die ihm wenige Augenblicke später bereitwillig folgten, etwas leichter, die Enttäuschung über das klare 1:3 gegen den Gastgeber und Titelverteidiger VfB Friedrichshafen zu verwinden. Hachings Schlachtenbummler erinnerten mit ihrem Beifall das Team daran, dass es am Bodensee Historisches für den Verein geleistet hatte: Erstmals wurden die Volleyballer Zweiter in einem Wettbewerb auf nationaler Ebene.

Natürlich, die Spieler und ihr Trainer hatten sich mehr erhofft, und das nicht nur insgeheim: Michael Hänsel gab nach seiner ausgezeichneten Leistung auf der ungewohnten Libero-Position im Halbfinale gegen den VV Leipzig die Devise aus: "Der Titel muss her!" Und sein Trainer Mihai Paduretu schrieb dem 3:2-Krimi gegen die Sachsen einen ganz besonderen Stellenwert für die Entwicklung seines Teams zu: "In diesem Spiel hat die Mannschaft mehr gelernt als vorher in der ganzen Saison, weil der Druck so immens war." Doch ging der Lernprozess nicht schnell genug vonstatten, um gegen die Übermannschaft vom Bodensee, die die letzten fünf Meisterschaften und nun auch fünf der letzten sechs Pokal-Titel für sich verbuchen konnte, das Unmögliche möglich zu machen. Der durch das Erreichen des Minimalziels Endspiel weggefallene Druck gestattete den Hachingern lediglich, die Friedrichshafener einen Satz lang vorzuführen. Dann aber drehte der VfB den Spieß in so überzeugender Manier um, dass TSV-Manager Dietmar Neugebauer zugeben musste: "Der Abstand zu Friedrichshafen ist noch größer geworden. Das ist das Ernüchternde an dieser Niederlage."

Diesen Abstand in absehbarer Zeit entscheidend zu verkürzen, scheint illusorisch, nicht nur für Haching, sondern auch für den Rest der Liga. "Zwischen dem SCC Berlin und dem VV Leipzig", dem erneut starken Vizemeister der vergangenen Saison aus der Hauptstadt und dem aktuellen Tabellensiebten also, ordnet Neugebauer den TSV derzeit ein. Und, so weiß er, "die haben gegen Friedrichshafen alle keine Chance." Nach dem dritten Platz in der Meisterschaft und Rang zwei im Pokal kann es für seinen Verein künftig also nur mehr in ganz kleinen Schritten vorwärts gehen.

Durch die letztlich erfolgreiche Teilnahme am Turnier in Friedrichshafen haben die Hachinger wenigstens dafür den Grundstein gelegt. Wenn Friedrichshafen erwartungsgemäß erneut Meister wird, dann ist Paduretus Team automatisch im Top-Team-Cup, dem europäischen Wettbewerb der Pokalsieger, dabei. Eine Perspektive, die die Verhandlungen mit potenziellen Sponsoren erleichtert. Schwer genug bleiben diese ohnehin. "Der zweite Platz im Pokal ist gut für unser Renommee, aber die Finanzierung der nächsten Saison ist noch längst nicht abgesichert", so Neugebauer, für den die Arbeit an dieser Aufgabe spätestens mit der Schluss-Sirene von Friedrichshafen begonnen hat.

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