Tollkühne Kunststücke zeigt dieser Wakeboarder bei der Jubiläumsveranstaltung im Wasserskipark Aschheim. Foto: Rabe

Die revolutionäre Idee des Bruno Rixen

Aschheim - Was haben Bruno Rixen, Renate Lindinger und Helmut J. Englmann gemeinsam? Die Freude am Wasserskifahren und den Glauben daran, dass man im Leben auch mal unkonventionelle Wege gehen muss.

Das 50-jährige Bestehen der Rixen Cableways führte das Trio Rixen-Lindinger-Englmann im Wasserskipark Aschheim zusammen - am Rande des großen Wakeboard-Events zu Ehren von Firmengründer Bruno Rixen, der am vergangenen Sonntag ganz nebenbei seinen 80. Geburtstag feierte. „Er möchte nicht, dass man sein Alter sagt, aber das können Sie sich auch ganz leicht selbst ausrechnen“, witzelt Moderator Thomas Bauer, ehe der Jubilar zwei Runden auf der 310 Meter langen Bahn in Angriff nahm.

Bescheiden nimmt er die vielen Glückwünsche entgegen, schüttelt Hände, lächelt. „Mir ist das alles hier eher unangenehm“, bekennt jener Mann, ohne den der Wakeboard-Sport nie das geworden wäre, was er heute ist: In Bordersholm, wo er zur Schule gegangen ist, erfand der Ingenieur 1961 die erste Wasserski-Seilbahn, schaffte so die Kosten und Zeit sparende Alternative zum Motorboot als Zugmaschine. Eine kleine Ausstellung zeigte Exponate aus dieser Zeit, darunter viele Fotografien, auf denen Rixen zu sehen ist. Eine Wasserski-Show ergänzte das Programm zum Jubiläum.

Zwei zufällige Begegnungen führten letztlich dazu, dass seit 1999 auch in Aschheim begeistert auf der von Rixen ausgelösten Welle geritten wird. Vor etwa 20 Jahren traf Renate Lindinger, die Betreiberin der Anlage, im Türkei-Urlaub in Side Bürgermeister Helmut J. Englmann und erzählte ihm von den verrückten Plänen, in der Kiesgrube in Aschheim ein Mekka für Wakeboarder zu schaffen. Von Plänen, die immer mehr an Form gewannen, seitdem sie Bruno Rixen über den Weg gelaufen war. „Fragen Sie mich aber nicht, wo und wann das war“, kramt die Aschheimerin in ihrer Erinnerung - und erzählt sogleich von den vielen Hürden, die sie aus dem Weg räumen musste, bevor ihr Traum in Erfüllung ging, sei es in Wasserrecht, Schifffahrtsverkehr, beim Bodengutachten oder beim Flächennutzungsplan: „Ohne die Gemeinde im Rücken hätten wir das nie geschaff.“

Auch dem in Dachau ansässigen Unternehmer Bruno Rixen war kein Rückschlag hart genug: 1966 erbaute er vor dem Strand von Benidorm/Spanien die erste Bahn mit seiner patentierten Schleppleinen-Automatik und entwickelt die Konstruktion stetig weiter. Inzwischen befinden sich in 44 Ländern insgesamt 255 Seilbahnen des Weltmarktführers.

Rixens Idee prägte das Leben vieler Menschen. Beispiel Simon Herrmann: Der Wakeboard-Weltmeister 2008 steht seit 20 Jahren auf den Brettern, seit 2009 arbeitet der Osnabrücker für die Rixen Cableways GmbH: „Bruno Rixen ist es zu verdanken, dass unser Sport überall möglich ist, wo Wasser ist.“ Beispiel Thomas Bauer: Der Weltmeister 2002 im Springen, führt seit 2003 die 1969 erbaute Wakeboard-Anlage in Kiefersfelden. Der 39-Jährige ist mit der 1998er-Slalom-Weltmeisterin Sabine Bauer verheiratet - das Paar hat zwei Söhne, von denen allerdings nur Lenny (9) schon alt genug ist, um in die Fußstapfen der Eltern zu treten.

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