Was ist der richtige Weg zu einer "wertvollen Gesellschaft"?

- VON ANNETTE GANNSMÜLLER-MALUCHE Landkreis - Ist die "wert-volle Gesellschaft eine Utopie oder Vision"? Das Jahresthema der Landfrauen im Bayerischen Bauernverband beschäftigte gestern den Hauptredner des Landfrauentages. Im Oberhachinger Bürgersaal gab Walther Pittroff, der neue Direktor des BBV-Bezirksverbandes Oberbayern, eine Antwort: Eine Erziehung der Kinder in fürsorglichen Familien, die Hilfe zur Selbstständigkeit und ein freies, selbst bestimmtes Leben, das sei der "richtige Weg zu einer wert-vollen Gesellschaft". Erwachsene sollten sich hüten, Kindern und Jugendlichen ihr Verhalten vorzuwerfen: "Sie tun nichts anderes als sich zu orientieren." Nur dauere diese Jugendphase heute länger als früher.<BR>

<P>Das hohe, wertvolle Lebensziel erreichen werde man - wie einst Sisyphus beim ewigen Rollen des Steines hinauf zum Gipfel - aber nie. Das bedeute aber nicht, dass man sich gar nicht erst auf den Weg machen solle. Der sei, wie schon Philosoph Laotse meinte, das Ziel. Es gelte, mit der eigenen Unvollkommenheit immer wieder das Wertvolle anzustreben.<P>Intellektuell philosophierte Pittroff auch über den Wert bäuerlichen Wirkens: Die Landwirtschaft sei für die hochattraktive Kulturlandschaft Oberbayerns "nicht der Hintergrund, sondern die Basis". Nicht Künstler, Landschaftsplaner oder Ingenieure hätten das herrliche Oberbayern erschaffen, sondern der Alltag der Bauern, das organische Wachsen "in Generationen Arbeit mit nachhaltigem Denken und Verhalten". Landwirtschaft bedeute auch Klimaschutz, Arbeitsplätze, oder Partnerschaft, und kooperative Solidarität, wie im Bildungswerk der Landfrauen praktiziert. Die Gesellschaft dürfe diese Werte nicht gering schätzen. <P>Voll Anerkennung sprach dann auch Landrat Heiner Ehrenkreisbäuerin Franziska Stürzer fehlte erstmals wegen Krankheit Janik von der Arbeit der Landfrauen. Er zitierte einen unbekannten Redner: "Das Leben der Landfrau kann man nur genießen, wenn man die Seele eines Dichters, den Geist eines Philosophen, die Neigungen eines Einsiedlers und ein gutes Auto besitzt." <P>Zumindest letzteres hat Kreisbäuerin Maria Knoller aus Aschheim. Kein Problem war die Fahrt nach Oberhaching. Ansonsten aber stand der Landfrauentag heuer aber unter keinem so guten Stern: Ehrenkreisbäuerin Franziska Stürzer konnte erstmals wegen Krankheit nicht dabei sein. Und kurzfristig sagte auch Rednerin Christiane von Habsburg familiär bedingt ab. So gab es ein männliches Redner-Quartett: Pittrof und die CSU-Riege mit dem Landtagsabgeordneten Ernst Weidenbusch und Bürgermeister Stefan Schelle sowie dem BBV-Präsidenten und Landtagsabgeordneten Max Weichenrieder. Dem Politiker-Terzett pries unisono die Zukunft: Es gehe wieder aufwärts, mit der Wirtschaft und auch der Gesellschaft. Traditionelle Werte, wie Zufriedenheit und Solidarität, seien wieder im Kommen und spürbar.<P>

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