Samen in Not

- Haar (ar) - Die Samen gehören zu den bedrohten Völkern der Erde. Etwa 100 000 Angehörige dieser skandinavischen Urbevölkerung, früher Lappen genannt, gibt es noch. Das Gebiet der Samen erstreckt sich über Finnland, Norwegen, Schweden und Russland.<BR>

Pekka Aikio, Präsident des Samenparlaments in Finnland, gab bei seinem Vortrag im Haarer Bürgerhaus einem interessierten Zuhörerkreis einen Einblick in die lebendige Kultur seines Volkes. Die Veranstaltung wurde von der VHS-Haar in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) organisiert. "Unser Ziel ist es, Kultur und aktuelle Situation der Samen bekannter zu machen", sagt Nina Michael aus Haar, die Aikio auf seiner Vortragsreise durch Deutschland begleitet.<P>In Finnland besitzen die Samen über ihr Parlament Selbstbestimmungsrechte in den Bereichen Sprache und Kultur. Darüber hinaus hat die Versammlung aber keine politischen Kompetenzen.<P>Durch die Rodung von Wäldern für die Papierherstellung ist die Lebensgrundlage des Volkes bedroht. Fast die Hälfte aller Samen lebt noch von der Rentierzucht. Da sich Rentiere von Baumflechten ernähren, sei die Abholzung der Wälder besonders problematisch, schilderte der Referent. Als alternative Einkommensquelle stellt sich zunehmend der Tourismus dar. Hier bestehe aber die Gefahr, dass die Kultur verfälscht werde, schloss Aikio.<P>

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