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Hunde, Spaß und Sonnenschein: Die Kinder hatten einen tollen und lehrreichen Übungstag bei den Hotdogs in Sauerlach (oben, v.l.): Julia, Lena, Jamila, Hundetrainerin Petra Engl, Amira, Sophie und Martin sowie die Hunde Damian, Kara, Akashi, Felix und Tyler.

Hundeverein

Wer hat Angst vor Jack Russel?

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Sauerlach - Beißen Hunde, die bellen, wirklich nicht? Wer weiß? Sechs Sauerlacher Kinder interessierten sich jetzt brennend für Fragen wie diese. Sie buchten deshalb ein Training bei den „Hotdogs“. Das Kennenlernen brachte für beide Seiten viel Gutes.

„Ein Hund kommt auf dich zu gerannt. Was tust du?“, steht auf einem Zettel geschrieben. Da braucht Martin gar nicht lang zu überlegen. Diese Situation hat der Zehnjährige schon mehrmals erlebt. Das machte ihm bislang ziemlich zu schaffen. „Ich mag nicht, wenn sie so laut bellen“, gesteht der Bub. Um das zukünftig besser zu meistern, ist er heute hier, im Hundeverein am Stauchartinger Weg. Martin ist pfiffig, jetzt kennt er die Antwort: „Ich drehe mich um und verschränke einfach die Arme.“ Dafür gibt es ein dickes Lob von Trainerin Petra Engl: „Genau, das ist richtig, dann weiß er, dass du nicht spielen willst.“ Die Kinder nennen das „einen Baum machen.“ Das können sich alle gut merken. 

Gekommen sind neben Martin auch Sophie, Lena, Julia sowie die Schwestern Amira und Jamila. Sie alle sind zwischen sieben und zwölf Jahre alt. Den Vormittag über haben sie an den Lippen von Petra Engl gehangen. So viel Neues hat die Hundetrainerin erzählt. Von Beruf ist sie Erzieherin und arbeitet in einem Münchner Kindergarten. Mitgebracht hat sie ihren Akashi. Ein prächtiger Samojede, er eroberte die Herzen im Sturm. „Unser Kurs ist für Mädchen und Buben gedacht, die keine oder nur wenig Erfahrung mit den Vierbeinern haben“, erläutert Engl. Ziel sei es, ihnen die Angst zu nehmen und Verhaltensregeln mit auf den Weg zu geben. Insgesamt 13 davon haben die Kinder kennengelernt, sie stehen in einem Büchlein, das jeder später mitnehmen darf. 

In Rollenspielen haben die Kids auch gezeigt, wovor sie sich fürchten. Sie haben sich auch mal in die Lage der Hunde versetzt. Nach der Theorie dann die Praxis. Die Kinder sind aufgeregt, denn am Nachmittag kommen einige Hunde aus dem Verein. Das bereitet Amira (8) und Jamina (7) Unbehagen. Ganz nah halten sie sich an Petra Engl. Die nimmt die beiden besonders unter die Fittiche. „Ich bin als Dreijährige mal von einem Hund umgestoßen worden, seitdem habe ich so Angst“, erzählt Amira. Mit dem Besuch des Kurses hofft das Mädchen, dass sich das ändert. So richtig dran glauben mag sie indessen noch nicht. Petra Engl fordert die Kinder dann auf: „Sucht euch einen der Hunde aus“. Martin hat sich einen ausgesucht: „Oh, der ist so hübsch und lieb, ich nehme den Tyler.“ Tyler ist ein gestandener Jack Russell und mit allen Wassern gewaschen. Dessen Frauchen Stephanie Schwaben ist auch mächtig stolz. Vor fünf Jahren holte sie ihn aus dem Tierheim Riem. Eigentlich ist er der Familienhund. Mutter Lydia ist bei den Hotdogs Trainerin und im Vorstand, Vater Wolfgang ist der Platzchef. Tyler hat im Hundeverein viele wichtige Dinge gelernt, aber auch sehr lustige. „Stellt man sich wie ein Cowboy hin und sagt Peng, dann fällt er um“, sagt das Frauchen. Martin will es kaum glauben. Dann sagt sie „Peng“ – und Tatsache, der kleine Terrier rollt herum, die weißen Pfötchen gen Himmel. Die Kinder finden das zum Schreien.

Mit jeder Minute weichen anfängliche Bedenken, die Kinder und Hunde werden zunehmend zu Teams. Mit dem jeweiligen Hundebesitzer im Rücken absolvieren sie einen Parcours. „Die Befehle haben wir vorher geübt“, erklärt Martin. Es gibt Slalomstangen, einen Laufsteg, A-Wand und Tunnel. Den finden Sophie (10) und „ihr“ Felix am besten, immer wieder saust der Hund mit Freude hindurch. Felix ist ein Australien Shepard und gehört Katharina Brandstetter. „Der ist ganz schön wild“, findet Sophie. Da kann das Frauchen nur nicken. Sie habe mit ihm Agility und den Kurs Unterordnung belegt. „Einen Hund zu haben, ist auch ein ganzes Stück Arbeit“, sagt die 20-Jährige und ist trotzdem glücklich. Am Ende des Nachmittags sind Kara, Damian, Akashi, Felix und Tyler müde und suchen Schatten. Den haben sie sich wahrlich verdient: Die zunächst ängstlichen Kinder sind viel selbstsichere geworden. Selbst Amira und Jamila führen einen Hund an der Leine – ganz vorsichtig, aber vor allem auch ganz stolz.

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