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Angespannte Gesichter: Mehr als 60 Sauerlacher waren gekommen, um mehr über die geplanten Asylbewerberunterkünfte zu erfahren.

Gegen den Willen der Anwohner

Asyl-Unterkünfte sind beschlossene Sache

Sauerlach - Das Thema Asyl schlägt hohe Wellen. Gut 60 Bürger, und damit so viele wie selten, waren zur Sitzung des Gemeinderats in Sauerlach gekommen. Denn zwei weitere Unterkünfte für 140 Flüchtlinge entstehen im Ort. Darauf gab der Gemeinderat jetzt final Brief und Siegel.

Ein Streifenwagen vor der Tür, im Foyer des Rathauses zwei Polizisten. Haben etwa die hitzigen Ausschreitungen im Verlauf des jüngsten Bauausschusses die Verwaltung zur Vorsicht veranlasst? „Nein, die Polizei haben wir nicht extra hereinbestellt“, sagt Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV). Anlass für die Präsenz der Beamten waren Plakate und Banner im Umfeld des Standorts einer der geplanten Asyl-Unterkünfte, auf denen amAbend der Gemeinderatssitzung zu einer Demonstration vor dem Rathaus aufgerufen wurde. Die Polizei selbst habe dies entdeckt. Und weil solch eine Demonstration nicht angemeldet gewesen war, hatten die Beamten vorsichtshalber Stellung vor dem Rathaus bezogen. Die angekündigte Demo blieb dann aber aus. 

Auch die Gemeinderatssitzung, zu der viele Anwohner gekommen waren, verlief friedlich. Als kluger Schachzug erwies sich zudem, im Vorfeld Rederecht zu gewähren. Das nahm Wind aus manchem Segel. „Vor jeder Sitzung des Gemeinderats hat jeder Bürger das Recht, im Rahmen einer Viertelstunde Fragen zu stellen“, sagte Bürgermeisterin Barbara Bogner. Dafür genüge vorher eine kurze Ansage. Gleich mehrere Männer und Frauen machten davon Gebrauch. Einer von ihnen bat um einen Sachstand der Dinge. Bogner gab Auskunft. Ja, es stimme, 140 weitere Flüchtlinge habe Sauerlach unterzubringen (wir berichteten). 

Zwei Unterkünfte werde es geben, eine in der Sommerstraße zwischen Spielplatz und S-Bahn-Abgang, die andere „Am Otterloher Feld“ nahe des Jugendzentrums. „Zu jeder Unterkunft wird es zeitnah eine Informationsveranstaltung wie damals am Lindenweg geben“, sicherte Bogner zu. Auch das Landratsamt werde dabei vertreten sein. Zunächst jedoch müssten die Pachtverträge unterzeichnet werden. Bereits im Juni soll das erste Asylheim bezugsfertig sein, als erstes rechnet die Gemeinde mit dem Grundstück Otterloher Feld. Der Standort Sommerstraße ist hochumstritten. Gerade die Anwohner des involvierten „Vierjahreszeiten-Viertels“ machen Front. Sie sammelten mittlerweile 254 Unterschriften, formierten eine Bürgerinitiative. Mitglieder des Helferkreises waren ebenfalls zur Sitzung erschienen. Im Anschluss an den Tagesordnungspunkt stellten sie sich im Foyer für Gespräche zur Verfügung.

Kathrin Kohnke

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