Marianne Bacher-Maurer ließ sich ihren Optimismus bis zuletzt nicht nehmen.
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Marianne Bacher-Maurer ließ sich ihren Optimismus bis zuletzt nicht nehmen.

Die 59-Jährige stirbt wenige Jahre nach Krebsdiagnose – Beerdigung im Familiengrab

Arget trauert um Marianne Bacher-Maurer

  • Kathrin Kohnke
    vonKathrin Kohnke
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Es war am Ende ein Kampf, den Marianne Bacher-Maurer nicht gewinnen konnte. Im Alter von nur 59 Jahren erlag die Argeterin ihrem Krebsleiden. Auf dem Friedhof von St. Michael fand sie im Familiengrab die letzte Ruhe.

Arget - Prälat Walter Wakenhut hielt die würdevolle Trauerfeier, begleitet von Mitgliedern der Blaskapelle Arget. Die Anteilnahme im Ort war groß. „Sie war die Liebe meines Lebens“, sagt Ehemann Josef Bacher-Maurer (57). 34 Jahre waren die beiden verheiratet. 1987 läuteten für sie die Kirchenglocken von St. Michael. Im nahen Gasthof Schmuck fand die Hochzeitsfeier statt, halb Arget feierte mit. Nur zwei Jahre später kam Tochter Michaela zur Welt. Sohn Stefan machte 1992 das Familienglück perfekt. „Mit den Kindern wurden wir im Ort erst richtig heimisch“, sagt Bacher-Maurer.

Seine Frau kam aus Weyarn, wuchs dort mit drei Brüdern auf. Er stammt aus Großhartpenning. Auf der Hochzeitsfeier einer Freundin Mariannes lernten sich beide 1983 in Föchting kennen: Sie kam als Gast, er war Musiker dort. Es habe gleich zwischen ihnen gefunkt, erinnert sich der Ehemann. Im Jahr vor der Hochzeit entschloss sich das junge Paar, das „Sacherl“ ihrer Urgroßeltern beim Seefranzl in Arget auszubauen. Das kleine landwirtschaftliche Anwesen in der Holzkirchener Straße wurde ihr Nest. Warmherzig und humorvoll, das war Marianne Bacher-Maurer. Sie engagierte sich im Vereinsleben der Blaskapelle Arget. 14 Jahre lang war ihr Mann deren Leiter.

Vom Kuchenbuffet bei der Kirtahutschn bis zu den Weihnachtsfeiern im Trachtenheim: Sie packte mit an, ohne daraus viel Aufhebens zu machen. Während ihre Kinder noch klein waren, widmete sie sich ganz der Familie, ihrem Lebensmittelpunkt. Später arbeitete die gelernte Friseurin in Verwaltung und Logistik bei Vermes in Otterfing und der OPED in Valley. Viele Argeter kennen sie auch im schmucken Dirndl hinter der Theke des Brauerei-Gasthofs Seefranzl, den ihr Mann mit den nun erwachsenen Kindern zeitweise führte.

Im April 2018 erfuhr die Familienmutter die Schockdiagnose. Brustkrebs. „Es folgten drei Jahre der grenzenlosen Hoffnung, tief erschütternder Täler und einer erschreckenden Wahrnehmung der Endlichkeit“, sagt ihr Mann. Seine Marianne habe keine Angst vor dem Tod gehabt, wohl aber vor dem Weg dorthin. Dennoch sei sie es gewesen, die der Familie Kraft und Trost spendete. Unvergesslich für die Familie ist einer ihrer Lieblingssätze: „Gestorben wird am letzten Tag, jetzt aber lebe ich!“

Um für sie ganz da zu sein, legte Josef Bacher-Maurer sein Gemeinderatsmandat nach fast 18-jähriger Zugehörigkeit nieder. Kraft schöpfte Marianne gern bei Spaziergängen mit ihrem geliebten Basset Louis. Doch ab Dezember etwa, so erinnert sich ihr Mann, ging es ihr zusehends schlechter. Dazu kamen familiäre Schicksalsschläge. So starben seit 2018 nicht nur die geliebten Schwiegereltern, sondern auch ihr jüngerer Bruder Peter. Der erst 56-Jährige erlag Ende letzten Jahres ebenfalls einem Krebsleiden. Dies alles nahm ihr zusätzlich die Kraft. Am Morgen des 2. März schloss Marianne Bacher-Maurer ihre Augen. „Wir erlebten eine überwältigende Anteilnahme im Ort“, erzählt der Ehemann voller Dankbarkeit.

Weit mehr Menschen als erwarten kamen zur Beerdigung. Freilich hielten sich alle an die Corona-Verordnungen, hatten sich pandemiekonform auf dem kleinen Friedhof verteilt. „Marianne schickte uns während der Totenmesse einen kurzen, gleißenden Sonnenstrahl durch das Kirchenfenster“, erzählt Josef Bacher-Maurer bewegt. Sie bliebe auf immer in aller Herzen.

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