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Anwohner befürchten Dreck und Lärm: Robert Fröhlich aus der Kleefeldstraße, deutet auf das Feld, auf dem es möglicherweise Kiesabbau geben soll. Nicht weit davon ist sein Zuhause. Rechts im Hintergrund verläuft die Bahnlinie.  

Gemeinderat wehrt sich gegen Kiesabbau und Verfüllung

Münchner Bauschutt soll nicht nach Sauerlach

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Das Thema Kiesabbau geht in Sauerlach in die nächste Runde. Die Firma Gruber Umwelt GmbH & Co.KG hat einen entsprechenden Antrag für eine Abgrabungsgenehmigung gestellt. Die Gemeinde aber will die Jagd auf den Rohstoff durch Konzentrationszonen eingrenzen.

SauerlachDerweil liegt der Antrag auf Eis. Ob er genehmigt wird und wann: Das entscheidet das Landratsamt. Der Stein ist am Rollen, die Anwohner im Kleefeld – mittlerweile eine Interessengemeinschaft – befürchten eine Lawine. Denn das geplante Abgrabungsgebiet, die Rede ist von etwa sechs Hektar, liegt vor ihrer Haustür (wir berichteten).

Die Ausfahrt für bis zu 50 Lastwagen täglich würde über die Hartstallstraße im Ortsteil Grafing erfolgen. Die Gemeinde steht den Betroffenen zur Seite. Der gesamte Gemeinderat votierte in der jüngsten Sitzung dafür, zunächst die Planungsgrundlagen zu klären. Entsprechend wurde dem Antrag des ortsansässigen Unternehmers Erich Gruber jetzt das gemeindliche Einvernehmen verweigert.

„Kies raus, Dreck rein, vermutlich Betonbruch.“

Das könnte der Gemeinde wertvolle Zeit verschaffen. Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV) erhofft sich von der Kreisbehörde eine einjährige Frist, um mögliche Konzentrationsflächen auf Gemeindegebiet zu bestimmen und die erforderliche Flächennutzungsänderung auf den Weg zu bringen.

Wo könnten diese Zonen für einen kleinflächigen Abbau sein? „Wahrscheinlich schon im vorliegenden Bereich, grundsätzlich eher östlich der B 13“, erläutert die Rathauschefin auf Anfrage.

Dort befänden sich bereits einige gemeindliche Kiesgruben im Wald, dort gäbe es vermutlich das größte Kiesvorkommen. Genaueres wisse man derzeit nicht.

Mittlerweile wird noch eine weitere Befürchtung im Gemeinderat thematisiert, Markus Hoffmann (CSU) sprach sie aus: „Im Zuge des Ausbaus der zweiten Stammstrecke in München wird es Unmengen an verdrecktem Aushub geben. Der würde dann vermutlich ebenfalls in Sauerlach landen.“ So wäre das Thema für die Gemeinde auch nach 1000 Jahren noch nicht vorbei. Auch Axel Horn (Grüne) hegt große Befürchtungen. „Kies raus, Dreck rein, vermutlich alter Betonbruch. Das Areal wäre dann als Baugrund ein für alle Mal verloren.“ Das dürfe nicht allein ein Unternehmerentscheid sein.

Ganz abwegig scheinen diese Sorgen nicht. Immerhin, so macht es die Runde, soll der Kiesabbaubetreiber bei einem Teilabschnitt der Stammstrecke involviert sein. Flächen zur Verfüllung wären dann im Fokus.

Verärgert zeigte sich Josef Ücker (CSU). „Die Landeshauptstadt hat doch selbst hunderte Hektar Abladefläche, die soll ihren Dreck behalten und nicht alles zu uns raus karren“. – „Wir wollen keinen großflächigen Kiesabbau, wir sind zudem auch kein Vorranggebiet“, betonte Barbara Bogner. Wie weit die Gemeinde hier steuernd eingreifen könne, werde sich zeigen müssen. „Wir haben jedenfalls alle notwendigen Beschlüsse gefasst.“

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