Ein provisorisches Dach hat das THW über das Alte Rathaus gespannt.
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Ein provisorisches Dach hat das THW über das Alte Rathaus gespannt.

Unglück in Sauerlach

Bekannter Maler kommt bei Brand ums Leben - Maximilian Seitz lebte seit seiner Kindheit im Alten Rathaus

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
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Sein ganzes Leben hat er hier verbracht, nun ist er auch hier gestorben: Bei dem Mann, der bei dem Feuer im Alten Rathaus ums Leben gekommen ist, handelt es sich um den Künstler Maximilian Seitz.

Als „stillen, ruhigen“ Menschen beschreibt Sauerlachs Bürgermeisterin Barbara Bogner den bekannten Maler. Mit weiter schwarzer Hose, langem schwarzen Mantel und grauem Schal sei er oft unterwegs gewesen. „Man hat ihm den Künstler schon angesehen“, sagt Bogner, der sein Tod unendlich leid tut. Bekannt war Seitz vor allem in der Münchner Kunstszene. Nach einer Ausbildung zum Fotografen studierte er Malerei an der Akademie der Bildenden Künste, Seine abstrakten Werke fanden viele prominente Abnehmer.

Bei einer Ausstellung: Maximilian Seitz.

1937 wurde Seitz in Trostberg geboren. Zwei Jahre später zog die Familie nach Sauerlach, wo sein Vater als Lehrer arbeitete – in die Wohnung im Alten Rathaus, welches damals als Schule genutzt wurde. Noch ist die Ursache für den Brand, der das Gebäude völlig zerstört hat und wobei Seitz ums Leben kam, unklar. Das Technische Hilfswerk München Land, das die Feuerwehr schon am Freitag unterstützt und die Einsatzstelle abgesichert hatte, hat am Wochenende einen provisorischen Dachstuhl errichtet und eine Plane darüber gespannt.

Ein Bild der Zerstörung: Blick von oben auf die völlig ausgebrannte Dachwohnung.

Zuvor hatte ein Spezialbagger den abgebrannten Teil des Dachstuhles entfernt. Ob und in welcher Form das Gebäude, das um 1870 erbaut wurde und unter Denkmalschutz steht, gerettet werden kann, ist laut Barbara Bogner noch unklar. „Innen ist alles völlig durchnässt, die alten Fehlböden wurden wegen der vielen Glutnester aufgerissen.“ Die Fassade werde man wohl erhalten können. Noch seien Gutachter und Sachverständige zugange. Die Kripo ermittelt. Erst danach entscheidet sich, wie es weitergeht.

Das Standesamt, das in dem Gebäude untergebracht war, ist mittlerweile in zwei Kellerräume des Rathauses gezogen. „Die Akten, die aus dem Alten Rathaus gerettet wurden, liegen zum Trocknen im Sitzungssaal“, erzählt Bogner. „Jetzt schauen wir nach vorn.“

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