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Burschen-Streich in Lochhofen

Gaudi-Maibaum empört Anwohner

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Maibaum? Von wegen. Ein Stamm mit Satellitenschüssel als Kranz und Krakeleien statt Zunftzeichen steht in Lochhofen. Die Schuldigen bekennen Farbe.

Lochhofen – Es ist allenfalls die Persiflage eines Maibaums, die derzeit im Sauerlacher Ortsteil Lochhofen in die Höhe ragt. Statt der aufwändig verzierten Zunftwappen zieren krakelig bemalte Plakate und eine Fahne des FC Bayern den Stamm. Anstelle des traditionellen, geflochtenen Kranzes prangt eine Satellitenschüssel an der Spitze. Und der Baum selbst besticht nicht durch klassisches, kräftiges Weiß-Blau, sondern wartet lediglich mit einigen lieblos aufgesprühten, roten Streifen auf.

„Dieser ,Maibaum‘ ist eine Schande“, schimpft Florian Graf, ein Lochhofer, in dessen Nachbarschaft der kuriose Stamm steht. Er schaut jeden Morgen von seinem Balkon auf den kunterbunt und so gar nicht traditionell geschmückten Stamm. Eines Morgens habe dieser plötzlich in der Verankerung gestanden, in der im kommenden Jahr eigentlich ein echter Maibaum aufgestellt werden soll.

Mit dem improvisierten Platzhalter kann sich Graf überhaupt nicht anfreunden: „Ich finde das eine Frechheit. Das hat mit Brauchtum überhaupt nix zu tun.“

Alles außer Tradition: Mit einem Maibaum hat dieser Gaudi-Stamm wenig zu tun. 

Hat es auch nicht. Soll es auch nicht. Der Maibaum soll genau das sein – ein Witz. Verantwortlich sind dafür die Argeter Burschen. Zum Hintergrund: Der alte Maibaum – er stand neben dem Böckl-Wirt – musste vor etwa einem Jahr einem Neubaugebiet weichen. Seither ist Lochhofen Maibaum-los. Die Verankerung für den neuen steht allerdings schon an anderer Stelle. Aufgestellt wird der neue Baum vom Trachtenverein Mesnerbergler, der in Lochhofen traditionell für’s Aufstellen zuständig ist – aber eben erst im Mai 2018.

So lange wollten die Burchen nicht auf einen Stamm warten. „Nachdem der Trachtenverein den Maibaum erst nächstes Jahr aufstellt, haben wir uns gedacht: Wir machen es einfach jetzt schon“, sagt Burschenvorsitzender Benedikt Lechermann. Man merkt ihm an, dass er auch noch 14 Tage später eine diebische Freude an der Nacht- und Nebelaktion hat. Denn aufgestellt haben ihn die Burschen in der Freinacht, die in Arget nicht am 1. Mai, sondern in der Nacht auf Pfingstmontag gefeiert wird, haben sie den Fake-Baum gegen 3.30 Uhr aufgestellt. „Das war alles ganz spontan. Innerhalb von ein paar Minuten war er geschmückt.“ Und genau so sieht der Baum auch aus.

Freinacht, Burschenverein. Da drängt sich eine entscheidende Frage auf: Alkohol? „Wir waren eigentlich alle einigermaßen nüchtern“, sagt Lechermann, „aber rückblickend war es doch irgendwie eine totale Schnapsidee.“

Wie lange die Anwohner noch an den Freinachtsscherz vor ihrer Haustür erinnert werden, kann Lechermann nicht sagen. Seine Burschen hätten schon das Aufstellen übernommen. „Abbauen darf ihn der Trachtenverein.“   

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