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Ankunft in einem Dorf, die Helfer werden von den Kindern neugierig beäugt. Im Hintergrund: die neue Schule. 

Concultures

Sauerlacher bauen Schulen für Kambodscha

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Die Hilfsorganisation „Concultures“ setzt sich für indigene Völker im Regenwald ein – nun erklären sie ihre Arbeit bei einem Vortrag und einer Ausstellung an der VHS Sauerlach. 

Sauerlach – Bildung ist die beste Form der Entwicklungshilfe. Das sagen und beweisen Amelie und Götz von Borries seit fünf Jahren. Der Kopf ihrer Hilfsorganisation Concultures ist in Sauerlach. Das Herz schlägt für die indigenen Völker Kambodschas. Vor Ort packt das Ehepaar mit an, sorgt für Schulen für die Regenwald-Kinder. Am morgigen Mittwoch berichten sie in einem Vortrag in der Vhs Sauerlach darüber.

„Uns läuft die Zeit weg. Indigene Völker, ethnische Minderheiten sind zunehmend die Opfer der Globalisierung“, sag Amelie von Borries (56), Concultures-Vorsitzende. Ihr Mann Götz (61) ist ebenfalls im Vorstand. Die Menschen, die sie vor Ort besuchen, lebten vorwiegend vom Reisanbau. Der Regenwald schützt und nährt die Dörfer. „Das kümmert die Holzmafia wenig, sie entreißt den Menschen ihre Lebensgrundlage“, sagt das Ehepaar. Rodungen, Landenteignungen. Nur wer schreiben, lesen und rechnen könne, habe überhaupt die Chance für eine Zukunft.

Bildungs-Helfer: Amelie und Götz von Borries.

Problem: Viele Volksstämme hätten ihre eigene Sprache, seien der Landessprache Khmer nicht mächtig. „Da können zwei Dörfer benachbart sein, aber die Leute verstehen sich nicht“, berichtet Götz von Borries. Lösung: Viele kleine Dorfschulen – für einen gemeinsamen Nenner untereinander. Zehn Mitglieder zählt Concultures. Überschaubar, aber beweglich und effizient. Mit der United World School (UWS) haben die Sauerlacher einen starken Partner an der Seite, sind dessen offizieller Repräsentant in Deutschland.

„Die UWS hat allein in Miramar, Nepal und Kambodscha 160 Schulen gebaut“, erzählt Götz von Borries. 100 davon in Kambodscha, in den Provinzen Ratanakiri, Mondulkiri und Stung Treng. „Das sind unsere Ziele, wenn wir vor Ort sind“, sagen die beiden. Etwa 40 000 Dollar koste dort der Bau einer Schule. Alle im Dorf helfen beim Bau mit, nie ohne das Einverständnis der örtlichen Clanchefs. „Nur so werden die Schulen auch angenommen“.

Die Finanzierung erfolge über Partnerschulen auf der ganzen Welt und Spenden. Zwischen 25 000 und 50 000 Euro sammelt allein Concultures im Jahr. Seit 2013 waren die Von Borries jährlich vor Ort – gemeinsam mit deutschen Jugendlichen, so genannten Volunteers. Für drei Wochen gilt es dabei für sie, die Dorfkinder zu unterrichten, Land und Leute zu verstehen und dieses Wissen in die Welt zu tragen. Die nächste Projektreise steht schon fest: Termin ist vom 30. September bis 21. Oktober 2019. „Jugendliche ab 16 Jahren können sich gern bei uns dafür bewerben“, lädt das Ehepaar ein. Näheres darüber und über ihre Erfahrungen vor Ort berichten die Concultures-Vorsitzenden in der Volkshochschule Sauerlach. Informationen: www.concultures.de sowie www.unitedworldschools.org. 

Vortrag und Ausstellung

Der Vortrag „Bildung als beste Form der Entwicklungshilfe in Kambodscha“ findet statt am Mittwoch, 21. November, 19.30 bis 21 Uhr, im VHS-Haus Sauerlach, Bahnhofstraße 5. Eintritt frei, Anmeldung erbeten: amelie.borries@concultures.de. Die Ausstellung mit Fotos aus fünf Jahren Concultures ist dort noch bis 17. Januar 2019 zu sehen.

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