+
Ein Miteinander der Generationen ist das Finale beim Frühjahrssingen des Männerchors Arget-Sauerlach: Alle Akteure gemeinsam stimmen das Lied „Wohl ist die Welt so groß und weit“ an. Mit dabei sind auch die Kleinsten, die „Goldkehlchen“, ihre Chorleiterin Traudl Fröhlich (r.) und Bürgermeisterin Barbara Bogner (Zweite v.r.).

Im Trachtenheim: Früjahrssingen des Männerchors Arget-Sauerlach

Mit feinen Melodien in den Frühling

  • schließen

Sauerlach  Valentin Gröbmair schaute strahlend ins Rund: Volles Haus, so hat der Leiter des Männerchors Arget-Sauerlach es gern. Kein Platz war mehr frei beim traditionellen Frühjahrssingen. Beim gemeinsamen Musizieren im Trachtenheim trafen sich Alt und Jung. Griabig war‘s und schön.

Keine Amtsgeschäfte, sondern pure Poesie hatte Bürgermeisterin Barbara Bogner an diesem Abend im Sinn. Als bestens aufgelegte Moderatorin führte sie im Dirndl durch das Programm. „Ich liebe die deutsche Lyrik und habe mich sehr gefreut, dass ich einige der schönsten Gedichte zum Besten habe geben können“, sagt sie später. Nicht gefehlt hat da natürlich Eduard Mörikes „Er ist‘s“: Bekanntlich lässt der Frühling darin sein blaues Band flattern. Ebenso beschwingt und wie im Fluge verging die Veranstaltung. 

Der Auftakt mit Imposanz und der „Frühlingsmelodie“: Das Alphornbläser-Trio um Leiter Georg Walser verschaffte sich mit den gut drei Meter langen Instrumenten schnell Gehör. Nicht nur durch musikalisches Können beeindruckten die Drei. Auch die Geschicklichkeit, mit der die Musiker ihre Instrumente auf und von der kleinen Bühne bugsierten, belohnte das Publikum mit Beifall. „Früher gab es das Frühjahrssingen nur in unserem Argeter Vereinsheim“, sagte Chorleiter Valentin Gröbmair in der Pause. 

Seit etwa fünf Jahren finden Auftritte auch in Altkirchen oder Sauerlach statt. „Das Ziel ist, die verschiedenen Musikgruppen dieser Ortsteile zu präsentieren“, sagte Gröbmair. Gerade Kinder sollten dabei Auftrittserfahrung sammeln können. Wie die „Goldkehlchen“ aus Arget im Alter zwischen acht und 14 Jahren. Flink flitzten sie für ihre Auftritte auf die Bühne, hielten konzentriert die Augen auf Chorleiterin Traudl Fröhlich gerichtet. 

Mitgebracht haben die „Goldkehlchen“ wunderschöne Frühlingslieder aber auch flotten Rock‘n‘Roll. Als einziger Bub machte Georg Joos mit. Im Lied „Dirndl, willst an Edlknab’n“ singt der Elfjährige mutig gegen die acht Mädchen an. Hatte er Lampenfieber? „Nein, ich bin ja schon seit drei Jahren im Chor“, erzählt er nach dem Auftritt. Außerdem singen seine beiden Schwestern mit. Normalerweise ist auch der Franzi dabei, „aber der ist heute leider verhindert“, bedauert Georg. Er selbst spielt gerne Gitarre und besucht das Gymnasium in Oberhaching.

 Im raschen Wechsel treten die Akteure des Frühjahrssingens auf – von den Argeter Jungbläsern über die Badergassen Musi bis hin zum Duo Lederer. Amüsiert verfolgten die Zuschauer deren flotte Couplets. „Geh, gib ma dein Floh, na kriagst von mir a schwangere Laus“, schlägt Bernhard Lederer seiner Frau Michaela vor. „I tausch net aus“ kontert sie verschmitzt – und viele im Saal sangen den Refrain vergnügt mit. Zu den Höhepunkten des Abends zählte der Auftritt des Männerchors mit dem Lied der Berge, „La Montanara“ – 1927 vom Alpinisten Toni Ortelli komponiert. Die Sänger singen es auf Italienisch – und auswendig. „Auf diese Weise kann man ganz andere Harmonien und Stärken abfordern“, erklärte Valentin Gröbmair. Ein Hörerlebnis. 

Das einzige, was dem erfahrenen Vollblutmusiker derzeit Kummer bereitet, ist fehlender Nachwuchs im Chor. Die Neuzugänge David Erichlandwehr (33) und Max Kastenmüller (31) sind die „Küken“, das Gros der 32 Aktiven ist weitaus älter. Krönung und Abschluss des Abends ist das gemeinsame Singen aller Akteure, von Jung und Alt, ein Konzert der Generationen. „Wohl ist die Welt so groß und weit . . .“, das Bozner Bergsteigerlied aus vielen Kehlen. „Ach, ist das schee“, sagte da einer im Publikum. Recht hatte er.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Im Wald: Pedelec-Fahrer tot aufgefunden
Zwölf Stunden fehlte von einem 60-Jährigen aus Sauerlach jede Spur. Am Samstagabend war er nach einem Wirtshaus-Besuch nach Hause aufgebrochen. Tags darauf fand die …
Im Wald: Pedelec-Fahrer tot aufgefunden
Motorrad-Unfall: Neubiberger (48) schwer verletzt
Böses Ende eines Motorrad-Ausflugs: Ein Neubiberger übersah ein Auto, stürzte und musste mit dem Helikopter ins Krankenhaus gebracht werden.
Motorrad-Unfall: Neubiberger (48) schwer verletzt
Restaurant-Terrasse ein Schwarzbau: Gericht präsentiert Rechnung
Doppelt so groß wie genehmigt hat der Besitzer eines asiatischen Restaurants an der Dachauer Straße (B 471) in Oberschleißheim seine Terrasse angelegt. Die Rechnung für …
Restaurant-Terrasse ein Schwarzbau: Gericht präsentiert Rechnung
31-Jähriger randaliert in Asylunterkunft
Völlig ausgerastet ist ein Mann aus Äthiopien am Sommerfeld in Oberhaching, weil sein Asylantrag abgelehnt wurde. 
31-Jähriger randaliert in Asylunterkunft

Kommentare