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Schätze gut verstaut: Hans Gosau packt die Einrichtung in der historischen Bauernküche ein

Wegen neuer Heizung 

Heimatmuseum wird ausgeräumt

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Das Heimatmuseum wird auf den Kopf gestellt. Viele Exponate verschwinden in Kisten und Planen. Aus einem guten Grund.

Arget – Beinahe gespenstisch schaut es derzeit im Pfarrhof des Heimatmuseums in Arget aus. Überall Plastikplanen und Umzugskartons statt historischer Exponate. Selbst in der alten Bauernküche ist der Ofen aus: Weil endlich die lang ersehnte Museumsheizung kommt. Ausräumen hieß es daher für den Förderverein. Bis April soll die Heizung eingebaut werden. Geöffnet ist das Heimatmuseum deshalb erst wieder am 13. Mai, pünktlich zum internationalen Museumstag.

„Ich freue mich über eine so tolle Mannschaft“, sagt Götz von Borries, Vorsitzender des Vereins, und strahlt übers ganze Gesicht. Ein gutes Dutzend Helfer kamen allein am ersten Wochenende, krempelten die Ärmel hoch und packten mit an.

Für den Einbau der Heizung müssen Erd- und Obergeschoss im Hauptgebäude des 1682 erbauten Pfarrhofs ausgeräumt werden. Dort sind auf 270 Quadratmetern eine Schlafkammer und die historische Bauernküche mit tausend Gerätschaften untergebracht. In der angegliederten Halle, ehemals der Stall, sind ein komplettes Schulzimmer und eine Schusterwerkstatt zu sehen. Jetzt ist so gut wie alles unter Planen verstaut. „Wir müssen die Sachen gut einpacken, weil es hier richtig staubig wird“, erläutert Marianne Lederer. Sie sorgt als Küchen-Chefin bei Museumsfesten gern fürs Essen. Auch alle Außenwände mussten zuvor freigeräumt werden. „Oberhalb des Sockels kommen ringsherum drei Leitungen auf den Putz“, erläutert von Borries. Eine Gastherme und die Technik kommen unters Dach, unsichtbar für die Besucher.

Nach einiger Diskussion mit den Heizungsbauern hatte sich der Gemeinderat für eine Hybridlösung mit Hackschnitzel (Fernwärme) und Gasbrennwertkessel entschieden. 20 Kilowatt fließen via Wärmezulieferleitung von einem Nachbarn, der eine Hackschnitzelanlage besitzt. Da dessen Anlage im Sommer aber nicht läuft, ist zusätzlich eine kleine Gasheizung nötig. „Nur so kommt es nicht zu Problemen mit Kondenswasser“, erläutert von Borries.

Insgesamt 160 000 Euro hat die Gemeinde Sauerlach als Besitzer des Museums dafür in den Haushalt eingestellt. Darin enthalten ist eine weitere Maßnahme, die auf dem Grundstück an der Holzkirchener Straße sofort ins Auge fällt: Die Fassade des Pfarrhofes erhielt einen komplett neuen Anstrich. „Dafür wurde extra eine Spezialfirma aus dem Raum Düsseldorf beauftragt, die mit denkmalgerechten Farben arbeitet“, erklärt Zweiter Vorsitzender des Fördervereins, Hans Gosau. Er kommt gerade von einem Ortstermin fürs Museum. Jemand möchte dem Museum eine alte Pelznähmaschine spenden. Auf Wunsch von Bürgermeisterin Barbara Bogner habe man sich auf harmonierende Fassaden-Töne geeinigt, sagt Gosau; vom zarten Eierschalen- bis zum Senfgelb. Auch die Sonnenuhr an der Hofseite bekam neue Farbe.

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