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Blicken mit Respekt auf die kommende Herausforderung: (v.l.) Amelie von Borries, Marion Dietrich, Brigitte Uhl, Anja Vogler-Matauschek und Ekkehard Dembek vom Sauerlacher Helferkreis.

Asyl

Helferkreis stößt an Grenzen

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Sauerlach - Noch in diesem Jahr wird es in Sauerlach zwei neue Asylbewerberunterkünfte geben. Und damit neue Herausforderungen für den Helferkreis.

140 Adressen stehen auf der Liste, die Brigitte Uhl (66) in den Händen hält. Namen von Sauerlachern, die sich in der Vergangenheit als mögliche Helfer bei der Gemeinde gemeldet hatten. Uhl ist Sozialwissenschaftlerin und Sprecherin des Helferkreises, so wie Marion Dietrich (47) auch. Tatsächlich besteht der harte Kern aus etwa 60 Aktiven, viele von ihnen bereits im Ruhestand. „Wir werden in den nächsten Tagen alle anschreiben, und um Unterstützung bitten“, erläutern die Frauen. 

Die Zeit drängt. Schon im Juni soll die erste von zwei weiteren Asylbewerberunterkünften bezugsfertig sein. Die Standorte sind Am Otterloher Feld sowie aller Voraussicht nach an der Sommerstraße. Dort stehen noch Ergebnisse von Probebohrungen aus. Zu den 16 Familien aus der Unterkunft am Lindenweg benötigen dann weitere 140 Frauen, Männer und Kinder Unterstützung. 

„Mit Respekt sehen wir den neuen Aufgaben entgegen“, sagt Marion Dietrich. Die dreifache Mutter ist für alle Verwaltungsaufgaben im Team zuständig, hält den Kontakt zwischen Gemeinde und dem Landratsamt München. Mehr als 20 Stunden wöchentlich hat sie ehrenamtlich damit zu tun. Mehr geht für sie fast nicht. 

Und dennoch: Der bisherige Erfolg treibt alle an und ist ihnen Lohn genug. „Die Menschen aus dem Lindenhaus sind in vieler Hinsicht eine solche Bereicherung“, erzählt Amelie von Borries. Die 53-Jährige ist Helferin der ersten Stunde, ist unter anderem mit der Öffentlichkeitsarbeit betraut. Sie steht in engem Kontakt mit den Lindenhaus-Frauen – aus dem Irak, Afghanistan, Nigeria, Albanien, Syrien und Tschetschenien. Zu einem ersten „Multi-Kulti-Frauen-Treff“ im Jugendzentrum kamen eine Reihe von ihnen. Und es gibt das VHS-Projekt Nähstube: „Die Frauen nähen dort richtig tolle Sachen“, erzählt auch Brigitte Uhl. Vielleicht könnten sie einmal sogar eine kleine Nähstube eröffnen. 

„Ich fühle mich beschenkt durch die Freundlichkeit dieser Menschen“, sagt Amelie von Borries. Natürlich gebe es im Ort jetzt auch diffuse Ängste. „Das nehmen wir ernst und verstehen das auch“, sagen die Helfer. Ängste ließen sich aber durch Begegnungen abbauen. Wie beispielsweise im neuen Frauentreff oder in den Sportvereinen.

Eine andere Möglichkeit sind die Paten, die ein Schulkind oder eine Familie regelmäßig begleiteten. Hilfe zur Selbsthilfe sei dabei Devise. Und wenn nur alleinstehende Männer kämen? „Auch dann sollten sie offen begrüßt werden“, betont von Borries. Das Paten-Konzept sei der Garant dafür, dass kein Ärger aufkomme.

 Momentan ist der Helferkreis Asyl dabei, sich umzustrukturieren: Alltagsbegleitung, Freizeit, Sprache und Beschaffung sind zukünftige Kernbereiche. „Es ist sehr wichtig, dass sich die verschiedenen Teams untereinander regelmäßig auszutauschen“, erläutert Anja Vogler-Matauschek. Nur wenn man von der Arbeit der anderen wisse, könne man diese entsprechend würdigen.

 Die 43-jährige Sozialpädagogin ist für die Hausaufgabenbetreuung, Bereich Sprache, zuständig. 16 Kinder gibt es am Lindenweg. „Und alle können schon Deutsch“, sagt sie stolz. Möglich machten dies nicht zuletzt die Synergien von Volkshochschule und Gemeinde, man begegnete sich auf Augenhöhe. „Der Helferkreis ist zunehmend vernetzt“, so Vogler-Matauschek.

 „Wenn wir keine weitere Unterstützung bekommen, sehe ich dennoch ein Problem“, warnt Ekkehard Dembek. Er arbeitete als urologischer Oberarzt am Klinikum Harlaching. Für die Caritas München-Nord ist er in der Mobilen Werkstatt am Hasenbergl engagiert – seit Oktober auch im Helferkreis. Hier ist er Sprecher der „Beschaffung“. „Ich bin so etwas wie der Hausmeister mit Reparaturservice“, sagt er lachend. Gerade anfänglich hatte er am Lindenweg gut zu tun, mittlerweile hätten sich die Bewohner organisiert. Aus seiner Erfahrung und Tätigkeit heraus ist Dembek gewiss: Zwei Asylunterkünfte mehr seien für den Helferkreis zunehmend eine Kapazitätsfrage. „Auch ich habe eine persönliche Grenze“, so der 71-Jährige. „Wir hoffen deshalb, dass sich viele Sauerlacher als Unterstützung bei uns melden“, appellieren die Aktiven des Helferkreises. Sie können sicher noch manch helfende Hand gebrauchen.

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