Weil Druse nicht meldepflichtig ist, ist die Vernunft der Pferdebesitzer gefragt. Sie sollten vorerst keine anderen Ställe aufsuchen, um die Krankheit nicht zu verbreiten.
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Weil Druse nicht meldepflichtig ist, ist die Vernunft der Pferdebesitzer gefragt. Sie sollten vorerst keine anderen Ställe aufsuchen, um die Krankheit nicht zu verbreiten.

Für Tiere kann sie tödlich enden

Hochansteckende Pferdekrankheit in Sauerlach aufgetaucht

Alarm-Stimmung unter Reitern und Pferdebesitzern: In einem Sauerlacher Reitstall ist jetzt bei zwei Pferden die hochansteckende Pferdekrankheit Druse festgestellt worden.

Sauerlach - Die Symptome bei den Tieren sind unter anderem: Appetitlosigkeit, Husten, Fieber und Mattigkeit. Zur Erklärung: Die Krankheit Druse geht mit einer Entzündung der oberen Atemwege einher, die Lymphknoten schwellen an und es können sich eitrige Entzündungsherde bilden. Folge: Die Pferde leiden unter starken Schmerzen und Atembeschwerden, mitunter endet Druse sogar tödlich.

Menschen können sich nicht anstecken

Menschen können sich indes beim Pferd nicht anstecken. Wer aber mit einem Druse-kranken Pferd in Berührung kommt, kann andere Tiere infizieren. Unter Pferden selbst erfolgt die Ansteckung meistens via Tröpfcheninfektion.

Druse wird durch den Erreger Streptococcus equi verursacht, der bis zu fünf Tage unter allen Bedingungen überlebt, im Wasser sogar bis zu zwei Monate. Er kann sich unter anderem im Futter und Tränkebereich bilden, vermutlich tragen auch bestimmte Fliegenarten das Bakterium in sich. Laut Tierärztliche Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universtität München (LMU) ist Druse „weder anzeige- noch meldepflichtig, daher werden bei Ausbruch der Erkrankung in einem Bestand auch keine amtlichen Maßnahmen zur Bekämpfung ergriffen“.

Reiter und Pferdebesitzer sollen fremde Ställe meiden

Hier ist also die Vernunft und Einsicht der Reiter gefragt: Pferdefreunde im Landkreis sollten bis auf weiteres keine anderen Ställe aufsuchen, aber auch jenseits der Landkreisgrenze ist man selbstverständlich alarmiert. „Vermeidet es aktuell fremde Ställe zu betreten“, mahnte deshalb etwa Andrea Tschiesche, Chefin der Reitsportanlage Otterfing, am Wochenende per What’sApp-Meldung ihre Einsteller, „oder zieht euch danach komplett um und desinfiziert euch.“ Turnierreiter sollten es auswärts zudem tunlichst vermeiden, fremde Pferde zu berühren. In dem betroffenen Sauerlacher Stall werden mittlerweile alle Pferde auf Druse untersucht.

Volker Camehn

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