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Sauerlacher Biobetrieb: Im Pavillon ist für Auslauf gesorgt

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Von: Volker Camehn

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Normalerweise auf der Wiese: Monika und Florian Bock haben im idyllischen Altkirchen eine naturfreundliche Hühnerzucht.
Normalerweise auf der Wiese: Monika und Florian Bock haben im idyllischen Altkirchen eine naturfreundliche Hühnerzucht. © vc

Sollte die Vogelgrippe kommen, sind Monika und Florian Bock aus Altkirchen vorbereitet.

Sauerlach - „Wir haben einen Pavillon bestellt, für den Fall der Fälle, der hat ein dichtes Dach, sodass unsere Hühner nicht mit Vogelkot von infizierten Tieren in Berührung kommen“, erzählt Monika Bock. Was für sie und ihren Mann 2013 Jahren mit ein paar Hühnern für die Selbstversorgung begann, ist ab 1. Oktober 2021 Jahres ein zertifizierter Bioland-Betrieb. Die Bocks halten in Altkirchen bei Sauerlach inzwischen jede Menge Federvieh, verteilt rund um ihr Einfamilienhaus: 75 Legehennen, 160 Masthennen und sieben Gänse dürften sich hier ziemlich wohlfühlen. Ein halbes Hektar Land haben sie hierfür gepachtet.

Vogelgrippe sorgt für enorme Einschränkung

Gerade für Biobetriebe, die auf artgerechte Haltung setzen, bedeutet die Vogelgrippe enorme Einschränkungen, vor allem was die Bewegungsfreiheit der Tiere anbelangt. Wie der Münchner Merkur jetzt berichtete, stuft das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Oberschleißheim das Vogelgrippen-Risiko aktuell als „hoch“ ein. Die tödliche Krankheit wird überwiegend von Wild- und Zugvögeln übertragen. Kommt es richtig schlimm, kann das Landratsamt Stallpflicht anordnen – die gilt dann auch für Bio-Betriebe und trifft Geflügelvermarkter wie die Bocks, die bislang nur einen Nebenerwerbsbetrieb führen. Da ist dann auch Idealismus gefragt. „Laut Bioland müssten wir die Hühner dann gar nicht mehr draußen halten, aber soweit wollen wir nicht gehen. Denn auch, wenn der Pavillon zum Einsatz kommt, haben sie ihren Auslauf. Aber eben auf kleinerer Fläche.“

Name in der Region bekannt

Denn auch das ist ein Fakt: „Bock’s Weidehendl“ haben mittlerweile einen hervorragenden Namen in der Region. „Die Nachfrage ist enorm“, sagen sie. Frische Eier, Fleisch von glücklichen Hühnern – vor allem in der Corona-Pandemie sei der Bedarf sehr stark angestiegen. Bestellen kann man übrigens auch über die Homepage unter www.weidehendl.de.

Gefahr schwebt in der Luft

Trotz allem macht Familie Bock aktuell weniger die drohende Vogelgrippe im Landkreis München Sorgen. Denn in der Luft über dem Betrieb kreist zur Zeit eine ganz andere Gefahr. „Wir haben in den letzten 14 Tagen fünf Hennen durch einen Habicht verloren, da wir schneebedingt das Greifvogelnetz über dem Bestand kurzfristig entfernen mussten“, berichtet Monika Bock. Auch hier könnte der bestellte Pavillon künftig eine gute Schutzmöglichkeit darstellen.

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