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Iranische Gastfreundschaft erlebt Thomas Lehn (l.) bei bei Freunden in Mashhad im Nordosten des Iran.

Land mit zwei Gesichtern

Krisenregion Iran: Sauerlacher Auswanderer-Paar war mittendrin

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Raketenangriffe, Massenproteste: Täglich taucht der Iran derzeit in den Nachrichten auf. Mitten drin im Geschehen: Thomas Lehn und Constanze Kühnel, Auswanderer-Ehepaar aus Sauerlach.

Sauerlach– Täglich taucht der Iran momentan in den Top-Themen der Nachrichtsendungen auf: Raketenangriffe aus Militärstellungen als Reaktionen auf die Tötung von General Soleimani durch die USA, der Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeugs, Massenproteste der Bevölkerung gegen die Revolutionsgarden. Mittendrin im Geschehen: Thomas Lehn und Constanze Kühnel, Auswanderer-Ehepaar aus Sauerlach. Fünf Monate hatten die beiden bis zuletzt im Iran verbracht, am vergangenen Wochenende sind sie mit ihrem umgebauten Weltreise-Lkw in die Türkei ausgereist.

„Wir sind in Sicherheit“

In malerischer Umgebung steht das Reisemobil von Thomas Lehn und Constanze Kühnel an einem gemauerten Karawanenhof im Iran.

Unter dem Betreff „Iran? Iran!“ hatten sich die Auswanderer auch beim Münchner Merkur gemeldet. „Reifenbarrikaden qualmen, Tränengasschwaden wabern durch die Straßen der Städte, Menschen flüchten vor wahllos auf sie einprügelnden Polizisten, Schüsse peitschen auf“, schreiben die beiden Sauerlacher. Sorgen müsse sich daheim aber niemand machen: „Wir sitzen bei Freunden in Mashhad, sind in Sicherheit, betrachten das erschreckende Szenario in der Nachrichtensendung eines Exilsenders, der verbotenerweise über alle Bildschirme flimmert.“ Auslöser seien diesmal keine organisierten Proteste des Mittelstandes gewesen, „sondern spontane Wutausbrüche der unteren, ärmeren Schichten der Bevölkerung, die gegen die unbotmäßigen Benzinpreiserhöhungen“.

Seit sieben Jahren in der Welt unterwegs

Seit 2012 sind Thomas Lehn und Constanze Kühnel mit ihrem Reisemobil auf Tour. Nachvielen Jahren in Afrika führte ihre Route sie im Frühjahr 2019 über Saudi-Arabien und den Oman schließlich in den Iran. „Dort haben wir viele Freunde, die uns schon sehnsüchtig erwartet haben.“ Weihnachten hatten sie diesmal in Teheran gefeiert – in der evangelischen Kirche der kleinen deutschen Gemeinde.

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