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Geplantes Projekt in Sauerlach

Kiesabbau: Kleefelder drohen mit Klage

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Der Ton im Kampf gegen den Kies wird schärfer: Die Anwohner der Kleefeldstraße drohen mit Klage, um den Kiesabbau vor ihrer Haustür zu verhindern.

Sauerlach – Die Festsetzung von Konzentrationszonen für den Kiesabbau auf Sauerlacher Flur geht in die finale Runde. Von anfänglich 20 Arealen, die der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) untersuchte, sind zwei Zonen übrig: am Argeter Weg bei Altkirchen (3,1 Hektar) sowie zwischen Kleefeld- und Hartstallstraße bei Lochhofen (zwei Hektar). Der Flächennutzungsplan wird derzeit dementsprechend geändert, die Anwohner protestieren weiterhin lautstark

„Die Anliegerschaft ist weiter strikt gegen den Abbau des Kieses im Kleefeld“, betonte Robert Fröhlich. Er ist Sprecher der Interessengemeinschaft, die sich vor einem Jahrim Kampf gegen den Kies formiert hat. Die „Kleefelder“ nennen sie sich, etwa zehn Familien gehören dazu. Fröhlich nutzte die Bürgerfrage-Stunde vor dem Gemeinderat, um dem Unmut der Kleefelder Ausdruck zu verleihen. Er wies auf Gefahren hin, die alle durch den Kiesabbau direkt vor der Haustür befürchten. Lärm, Baustellenverkehr, Naturzerstörung. „Wir hoffen, dass jedem Gemeinderatsmitglied bewusst ist, dass es sich bei der Staubentwicklung nicht um organischen, sondern um Silikatstaub handelt“, so der Sprecher. Das bedeute eine erhebliche krebserregende Belastung. Die Nähe der Argeter Sportanlage zum geplanten Abbaugebiet; Fußballfelder, auf denen auch sechsjährige Kinder spielen. „Wir können nicht verstehen, warum sich die Gemeinde mit der Genehmigung der Konzentrationsflächen darüber hinwegsetzt“, sagte Fröhlich.

Robert Fröhlich zeigt auf das Feld, wo Kies abgebaut werden soll.

Im Fokus ist die ortsansässige Firma Gruber, die das Areal für den Abbau bereits gekauft hat. Die Kleefelder fürchten auch die Nähe zum Abbaugebiet an sich. Dort, im Außenbereich ohne Bebauungsplan, muss der Abstand nur 150 Meter betragen. Tatsächlich, versicherte Bürgermeisterin Barbara Bogner auf Anfrage, würden es dort 250 Meter sein. Fröhlich überzeugt das nicht: „Die Kleefelder werden alle rechtlichen Schritte einleiten, um dieses Vorhaben zu verhindern und sich gegen die Zerstörung der Natur und unserer Lebensqualität wehren.“ Der Kampf ist noch nicht beendet.

„Wir haben getan, was wir konnten, um die Abgrabung in dem Gebiet so klein wie möglich zu halten“, erwiderte Bogner. In der Nachbargemeinde Otterfing würden derzeit 30 Hektar aufgemacht. Nur durch die Benennung von Konzentrationszonen sei es in möglich gewesen, die Gemeinde vor unkontrolliertem Kiesabbau zu bewahren. Laut Regionalplan sei Sauerlach kein Vorranggebiet für Kiesabbau, nur kleinflächiger Abbau sei erlaubt. Um den steuern zu können, seien Konzentrationszonen das einzige Mittel. Denn Kiesabbau sei grundsätzlich privilegiert – und somit schwer zu verhindern.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte der Antrag der Firma Gruber für ein sechs Hektar großes Areal nahe der Kleefeldstraße. Dass die Interessengemeinschaft den Klageweg in Erwägung zieht, sei ihr gutes Recht, meinte Bogner. Doch „vor Gericht und auf hoher See“ sei alles möglich.

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