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Für Fußgänger und Fahrzeuge ein Wagnis: die Kreuzung Bavariastraße/Staatsstraße 2573. Hier fordert die Gemeinde Sauerlach seit Jahren einen Kreisverkehr - das Staatliche Bauamt zögert

Kreuzung in Lochhofen

Gefährlicher Knotenpunkt

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Seit vielen Jahren fordern die Sauerlacher Bürger einen Kreisverkehr in Höhe der Ortschaft Lochhofen. Aus Sicht der Gemeinde ist die Staatsstraße 2573 ein gefährlicher Unfallschwerpunkt. Auch eine Ampelanlage ist im Gespräch. Das Staatliche Bauamt fordert in diesem Zusammenhang Zahlen und Fakten und bremst eine Lösung bislang aus.

Sauerlach – Die Ortsteile Grafing, Lochhofen und Arget liegen an der viel befahrenen, schnurgeraden Staatsstraße – der früheren B13. Anwohner, die mit ihrem Pkw hier links abbiegen wollen, haben schlechte Karten. Wie vor rund einem Jahr die Fahrerin eines Smart. Es kam an der Kreuzung Bavariastraße/Staatsstraße zu einer Kollision mit einem BMW. Beide Fahrer wurden schwer verletzt. Ein Unfallschwerpunkt.

Der Polizei ist die brisante Lage bekannt. „Alles, was hier der Verkehrssicherheit dient, den Bereich entschleunigt oder verlangsamt, ist aus meiner Sicht zu befürworten“, hatte Stefan Schraut, Leiter der Polizeiinspektion 31, damals auf Anfrage des Münchner Merkur betont.

Den Sauerlachern brennt die Lösung des Problems längst auf den Nägeln. Zumal die Gemeinde dort noch einiges plant: „Wir bekommen in Lochhofen eventuell einen Lebensmittel-Discounter an der Ecke“, sagt Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV). Der Einkaufsverkehr käme dann zusätzlich auf die Bavariastraße, „wo man jetzt eh schon nicht rauskommt“. Auch werde das nahe Sportgelände des SV Arget am Otterfinger Weg ertüchtigt. Weitere gewerbliche Entwicklungen plant die Gemeinde ebenfalls. All dies werde die Kreuzung bei Lochhofen belasten.

Seitens des Staatlichen Bauamts Freising gibt es derzeit noch kein grünes Licht für Änderungen. Bauoberrat Stefan Rinderer erklärte jüngst im Gemeinderat, dass es sich bei Lochhofen nach Definition seiner Behörde nicht um einen Unfallhäufungspunkt handele. Er bat die Gemeinde aber um exakte Verkehrszahlen und ein Konzept der möglichen Entwicklung vor Ort. Nur so könne das Amt eine mögliche Ertüchtigung des Knotenpunkts beurteilen. Davon hänge auch die Art und Aufteilung der Finanzierung ab. Zudem, so sein Vorschlag, könne dort ebenfalls eine bedarfsgesteuerte Ampelanlage Lösung sein. „Er hat im Grunde viel und wiederum nix gesagt“, urteilte Bogner jetzt in der Bauausschuss-Sitzung. Dort diskutierte das Gremium wie zuvor im Gemeinderat die Forderung nach einer Lösung.

„Ich bin nach wie vor ein Verfechter des Kreisverkehrs, da gibt es kaum Unfälle“, betonte Claus Koch (UBV). Dem stimmten auch Markus Hoffmann (CSU) und Robert Lechner (CSU) zu. Letzterer gab aber zu bedenken, dass eine Ampelanlage den Verkehr effektiver abbremse. „Für Kinder ist eine Ampel wohl die sicherste Möglichkeit, diese Straße zu überqueren“, entschied Axel Horn (Grüne). „Wenn wir den Kreisverkehr wollen, werden wir‘s vermutlich selbst machen müssen“, vermutet jedoch Bürgermeisterin Bogner. Man habe letztlich alle Kreisel selbst bezahlt.

Bauamtsleiter Hubert Zellner sagte zu, dem Staatlichen Bauamt die erbetenen Zahlen und Fakten zu übermitteln. Man werde mit der Behörde in Kontakt bleiben. Götz von Borries (UBV) resümierte verärgert: „Ich kann die Situation als Gemeinderat nicht länger verantworten.“ Jetzt müsse es zügig vorangehen. Wenn es nur ums Geld gehe, werde man sicher eine Lösung finden. „Uns reicht es jetzt“, echauffierte sich Von Borries.

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