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Einsatz für den TSV: Jugendtrainerin Angelika Ellinger appelliert im Beisein vieler Zuhörer an den Gemeinderat, schnell eine Lösung für das Platzproblem zu finden.  

Trotz Kostenexplosion

Kunstrasenplatz: Sauerlach hält dran fest

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Aufatmen beim TSV Sauerlach: Die Gemeinde hält   am Kunstrasenplatz fest - trotz Kostenexplosion.  

Sauerlach – Die Stühle im Ratssaal waren schnell alle besetzt, die Verantwortlichen des TSV waren geschlossen erschienen. Jugendtrainerin Angelika Ellinger nutzte die Bürger-Viertelstunde der Gemeinderatssitzung für einen erneuten, eindringlichen Appell. Schon einmal hat sie dort gestanden und auf den akuten Trainingsnotstand des Vereins hingewiesen. „Der Platz ist bei der derzeitigen Witterung schon jetzt am Ende, wir sind verzweifelt.“

Der Verein brauche kein Luxusprogramm, sondern einen Platz, der rund ums Jahr bespielbar ist. Doch genau das ist das Problem. Denn für den geplanten neuen Kunstrasenplatz wird die finanzielle Schmerzgrenze der Gemeinde von einer Millionen Euro kaum zu halten sein.

750 000 Euro hat die Kommune ursprünglich für den Bau bewilligt. Das Planungsbüro Kowollik veranschlagte nun aber rund 1,4 Millionen Euro. Eine schwierige Situation für eine Gemeinde mit angespannter Finanzlage wie Sauerlach.

Doch mit dieser bitteren Erkenntnis sieht sich der Gemeinderat konfrontiert. Dafür sorgte das Planungsbüro mit Fakten: Vater Gerhard und Sohn Christian Kowollik, beide Landschaftsarchitekten und Geschäftsführer des Planungsbüros, waren gemeinsam zur Sitzung gekommen. Das Wort führte Gerhard Kowollik, der mehrfach auf die 36-jährige Erfahrung seiner Firma verwies. Derzeit ist das Büro unter anderem mit der Erneuerung der Sportanlage am Gymnasium Ottobrunn sowie dem Neubau eines Kunststoffrasengroßfelds inklusive Beregnungs- und Flutlichtanlage in Neubiberg beschäftigt. Auch für die Kunstrasenplätze der Sportanlage Höhenkirchen-Siegertsbrunn zeichnen die Kowolliks verantwortlich.

Sie stellten dem Sauerlacher Gremium zwei Varianten vor, die sich hauptsächlich in der Lage des Platzes unterscheiden. Favorit ist Variante eins: ein Großspielfeld (62 x 100 Meter) in Nordsüd-Ausrichtung auf gleicher Geländehöhe wie das bestehende Rasenfeld des TSV. Als zusätzliche Spielfelder entstehen an der Ostseite zwei Rasenkleinspielfelder (32 x 52 Meter sowie 22 x 35 Meter). Die erhebliche Kostensteigerung resultiert den Planern zufolge aus einer Gelände-Neigung von 1,20 Metern, aufwändigen Erdbauarbeiten, notwendigen Ballfangzäunen sowie einer von ihnen empfohlenen Flutlichtanlage. „Mit der jetzigen können die Plätze nicht für Punktspiele genutzt werden“, betonte Gerhard Kowollik.

Klare Position bezieht Bürgermeisterin Barbara Bogner auf Nachfrage desMünchner Merkur: „Ich bin für den Kunstrasenplatz, weil er für die Sauerlacher Jugend so wichtig ist.“ Für deren Training könne die Gemeinde derzeit nicht mal zusätzliche Hallenkontingente anbieten und zahle deshalb sogar für Trainingsfahrten nach Holzkirchen. Es habe sich in den Ausführungen der Planer gezeigt, dass der Kunstrasen selbst nicht das teuerste am Projekt sei. „Der Unterbau ist so aufwendig wie beim Straßenbau, es wird ja auch asphaltiert.“ Für den Sport werde man wohl in den sauren Apfel beißen müssen – dennoch gebe es sicher noch Einsparpotenzial. Dieses sollen weitere gemeinsame Gespräche aller Beteiligten aus dem Rathaus, des Planungsbüros und des TSV ausloten.

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