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Wilson C. ist Teil der fünfköpfigen Diebesbande, die mit Einbrüchen mehrere Zehntausend Euro erbeutet haben sollen. 

Einbrecher vor Gericht

Diebesbande mit mieser Abzock-Masche

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Für Manuel S. und Eduardo A. war es nur einer von vielen Einbrüchen , eine schnelle Sache eben: 20 000 Euro Bargeld und Schmuck im Wert von 10 000 Euro sollen sie an jenem 30. Juni 2016 in einem Anwesen in Sauerlach erbeutet haben. Gemeinsam mit zwei weiteren Männern und einer Frau aus Südamerika müssen sich die beiden Chilenen seit dieser Woche vor dem Landgericht München für ihre Taten verantworten.

Landkreis –  Ein Teil des Quintetts wird von den Ermittlern für zahlreiche Einbrüche im Großraum München im Jahr 2016 verantwortlich gemacht, eine Vielzahl davon im Landkreis München.

Die mutmaßlichen Täter waren im Frühjahr 2016 mit vielen Hoffnungen nach Bayern gekommen. Zu

Einbrechern seien einige der angeklagten Männer jedoch erst nach mehreren Wochen in Deutschland geworden. Zunächst hatte die mutmaßliche Bande der Anklageschrift zufolge eine andere besonders dreiste kriminelle Masche entwickelt, mit der sie in diversen Apotheken und Geschäften im Münchner Umland gut 16 000 Euro ergaunerten. Bei ihrer Diebestour betraten sie zunächst gemeinsam den Verkaufsraum. Dann habe einer der Angeklagten so getan, als sei er geistig behindert. Einer der jungen Männer, Manuel S., habe dann einen Gummiball über den Kassentresen oder in die Büroräume der Opfer geworfen – während andere aus der Gruppe den Verkäufer ablenkten, sei ein weiteres Bandenmitglied dem Ball nachgelaufen. Dabei habe er mehrfach Bargeld aus einer der Kassen genommen.

Laut Staatsanwaltschaft nutzten die vier Männer und eine Frau im Jahr 2016 die Gutmütigkeit von einer Vielzahl an Geschäftsleuten aus. Allein in Apotheken in Geretsried (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) und Holzkirchen (Kreis Miesbach) soll die Bande mit ihrem Trick 9000 Euro erbeutet haben.

Einbrüche angeblich aus der Not heraus

Er habe das Beste für seine beiden Kinder gewollt, sagt Enrique A., der die Apotheken-Gaunereien weitgehend einräumt vor Gericht: Sein Baby habe „ein Kinderbett und einen Kinderwagen gebraucht“. Die meisten der Angeklagten hatten in Südamerika eine schwere Kindheit gehabt, teils unter der Armut gelitten. Deshalb suchten sie ihr Glück in Europa. Nach einigen erfolgreichen Versuchen hatte der Apotheken-Trick jedoch nach kurzer Zeit nicht mehr funktioniert. „Wir haben dann damit aufgehört“, versichert Enrique A.

Den Mitgliedern der Bande wird vorgeworfen, dann erst richtig losgelegt zu haben: Die Beschuldigten sollen in zahlreiche Häuser im Münchner Umland eingebrochen sein, etwa in Grünwald und Pullach. In Oberhaching erbeuteten sie bei einem Einbruch Schmuck und Bargeld im Wert von 12 000 Euro. Mehrere Zehntausend Euro seien so zusammengekommen. Der Prozess dauert an. 

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