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Die blauen MVG-Mieträder will Sauerlach nicht haben.

Unmut über den Landkreis

Mieträder: Sauerlach fühlt sich bevormundet

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Sauerlach ist sauer: Zweimal hat der Gemeinderat MVG-Mieträder abgelehnt, nun soll der Kreis zugesagt haben dann eben selbst eine Station zu finanzieren. 

Sauerlach – Leihräder der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) sollen zu einer Erweiterung des ÖPNV-Angebots im Landkreis München beitragen. 18 der 29 Kommunen ziehen bislang mit. Der Sauerlacher Gemeinderat entschied gegen Mieträder am S-Bahnhof – zum Ärger des Nachbars Brunnthal, der keinen S-Bahnanschluss hat und Räder will. Das Landratsamt könnte das Sauerlacher Votum nun kippen. Das schlägt vor Ort hohe Wellen. Es geht um die Sauerlacher Planungshoheit.

Im Bauausschuss berichtete Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV) von einer Mitteilung des Brunnthaler Bürgermeister Stefan Kern (CSU). Der Inhalt: Es gebe von Landrat Christoph Göbel die Zusage, dass das Landratsamt in Sauerlach und Höhenkirchen eine Mietrad-Station zahlen werde. Auch die Höhenkirchner hatten dagegen votiert.

Eine gute Vernetzung der Gemeinden ist aber die Grundlage für den Erfolg des Leihrad-Projekts. Die Zusammenarbeit mit der MVG war vom Kreistag abgesegnet. Langfristig soll die ganze Metropolregion München mit einem Mietradsystem ausgestattet werden. „Sollen wir das machen?“, fragte Bogner ins Sitzungsrund. Zweimal schon, zuletzt mit einem 9:9-Patt im Dezember, hatte der Rat dagegen gestimmt. Entsprechend die Reaktion jetzt. „Der Landrat würde in dem Fall einen Gemeinderatsbeschluss aushebeln“, sagte Josef Bacher-Maurer (CSU) verärgert. „Das wäre schon ein Hammer“, ergänzte Bogner. Es gehe schließlich um die Wahrung der Planungshoheit. „Wir müssten im Grunde nochmals abstimmen, ob das Thema ein weiteres Mal auf die Tagesordnung kommt“, überlegte Götz von Borries (UBV). Axel Horn (Grüne) gab zu bedenken, dass die Sachlage jetzt eine andere sei: Das Landratsamt zahle. „Es liegt also eine andere Entscheidungsgrundlage vor.“ Das wiederum ließ Bacher-Maurer nicht gelten. „Durch die Kreisumlage zahlen doch auch wir alles mit.“

Es waren unter anderem die Kosten gewesen, die neun der 18 Ratsmitglieder gegen das Projekt hatten stimmen lassen. Auch wurde befürchtet, die Räder lägen dann, wie mancherorts die gelben O-Bikes eines asiatischen Anbieters, überall herum. Nicht teilnehmen am Mietrad-System wollen Feldkirchen, Putzbrunn, Grasbrunn, Ottobrunn, Hohenbrunn, Aying, Straßlach-Dingharting, Schäftlarn und Baierbrunn.

Gefördert wird das Pilotprojekt zu 70 Prozent vom Bund, zu 15 Prozent vom Kreis. Da letzterer mit der Errichtung von 100 großen Stationen à 40 000 Euro rechnet, belaufen sich die Kosten auf 600 000 Euro. Etwa drei Millionen Euro lässt sich das Bundesumweltministerium das Ganze kosten. Für die Gemeinden bleiben 15 Prozent an Kosten.

Wie geht es jetzt in Sauerlach weiter? Es gibt weiteren Beratungsbedarf in den Fraktionen und in der Verwaltung. Auch offizielle Gespräche mit dem Landratsamt werden zeitnah erwartet. Bürgermeisterin Bogner bleibt gelassen: „Irgendwer wird sich bei uns melden müssen.“

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