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Zusammen macht es mehr Spaß: Die Mädchen und Buben der Partnerklasse helfen sich bei der Gruppenarbeit gegenseitig.  

Einzige Klasse im Süd-Landkreis in Sauerlach

Partnerklasse: Win-win für alle Schüler

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Sie ist einzigartig im Süd-Landkreis: die Partnerklasse an der Grundschule Sauerlach. Dort lernen Kinder mit und ohne Förderbedarf zusammen. So weit das geht...

Sauerlach – „I need someone to push my button.“ Drittklässlerhände schnellen in die Höhe. Klassenlehrerin Nicole Schächtele bleibt vor einem Kind stehen, geht etwas in die Hocke. Ein Mädchen drückt leicht auf Schächteles Rücken. Augenblicklich beginnt die Lehrerin vom Englischen ins Deutsche zu wechseln.

Englisch-Unterricht an der Friedrich-von-Aychsteter-Grundschule in Sauerlach. Ein ganz normaler Vormittag – in einer besonderen Klasse. Hier werden 25 Sauerlacher Grundschüler und acht Kinder aus dem Förderzentrum geistige Entwicklung in Unterhaching gemeinsam unterrichtet.

„Inklusion durch Kooperation“ : Rechtlich gesehen handelt es sich bei der Partnerklasse um zwei verschiedene Klassen und Schulen mit eigenen Klassenzimmern, Lehrern sowie Stunden- und Lehrplänen, „aber praktisch und im Alltag sind wir eine Klasse“, sagt Susanne Gärtner, Studienrätin im Förderschuldienst am Unterhachinger Förderzentrum. „Die Partnerklasse macht so viel Unterricht wie möglich gemeinsam und so viel getrennten Unterricht wie nötig.“ Gemeinsamer Unterricht findet etwa in Deutsch, bei Buchstabeneinführungen und Literaturprojekten oder Kunst, Sport und Musik, statt. Alle sind zusammen auf Ausflügen, im Schullandheim, nehmen an Aktionen und Projekten der Schule teil. Neben den Lehrerinnen Susanne Gärtner und Nicole Schächtele ist Susanne Wirbka-Hlawon, Kinderpflegerin vom Förderzentrum, immer dabei; außerdem hat eines der Kinder eine Schulbegleiterin.

Das Team dahinter: (v.l.) Kinderpflegerin Susanne Wirbka-Hlawon, Lehrerin Susanne Gärtner, Rektorin Astrid Langwieder und Lehrerin Nicole Schächtele.  

Bei den Schülern ihrer Klasse habe sie eine positive Entwicklung in der Sozialkompetenz erlebt, „die ich den Kindern nicht zugetraut hätte. Sie haben helfen gelernt“, erzählt Schächtele. Die Kinder aus dem Förderzentrum „profitieren von den Grundschülern“, sagt Gärtner.

Astrid Langwieder hat sich für die Partnerklasse stark gemacht. Für die Rektorin ist dies die wahre Form von Inklusion. „Nur ein Inklusionskind wird in der Klasse immer eine Außenseiterrolle haben“, meint sie. Berührungsängste mit den Schülern vom Förderzentrum hätten die Grundschüler nicht. „Kinder sind unkompliziert“, betont Langwieder. Auch die zwei Klassenlehrerinnen empfinden die Partnerklasse als Bereicherung. „Eine ganz tolle Erfahrung. Wir haben beide unser Fachwissen erweitert.“ Auf die Frage, ob sie wieder eine Partnerklasse nach Sauerlach holen würden, sind sich die drei einig. „Ja, sofort.“

Im Süden des Landkreises gibt es nur diese eine Partnerklasse, drei weitere sind an der Silva-Grundschule in Heimstetten mit Kindern aus der Rupert-Egenberger-Schule. Von 2008 bis 2014 gab es auch an der Mittelschule Unterschleißheim eine Außenklasse der Münchner Otto-Steiner-Schule. „Der Schlüssel drei pädagogische Kräfte für 27 Kinder war ein tolles Erfolgsprojekt“, sagt Rektorin Gina Hanke. „Es lässt sich aber in Zeiten des Lehrermangels schlecht realisieren.“   

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