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Prozess um Kindesmisshandlung in Sauerlach

Gutachter: Mädchen bleibt behindert

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Sauerlach – Die Prognosen sind düster: Gutachter und Ärzte gehen davon aus, dass das Mädchen für immer behindert bleibt. Ihr Vater soll die Kleine heftigst geschüttelt haben.

Kerzengerade saß der Kindsvater gestern auf der Anklagebank. Geradezu regungslos ließ der 22-Jährige im Prozess vor dem Landgericht München I die verschiedenen medizinischen Gutachten über sich ergehen. Es ging um seine einjährige Tochter Lela (Name geändert), die er im Dezember 2014 in Sauerlach so schlimm geschüttelt haben soll, dass der Säugling schwerste Kopfverletzungen erlitt und wohl zeitlebens massiv behindert sein wird. 

Die Gutachten waren für den Laien schwierig zu verstehen. Doch alle Experten kamen zu dem Schluss, dass das kleine Mädchen dauerhaft unter starken geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen leiden wird. Es war ein typisches Babygeschrei, wie es die kleinen Würmer anstimmen, wenn sie irgendein Unwohlsein quält. 

Doch der junge Vater hatte an diesem Dezemberabend überhaupt keine Nerven für sein Töchterchen. Er hatte getrunken und wollte im Internet surfen. „Aus unbarmherziger Gesinnung“, so die Anklage, schüttelte der Angeklagte das Kind mehrmals kräftig, so dass dessen Kopf hin und her flog. Die junge Mutter (19) bemerkte nichts. Im Laufe der nächsten Stunden ging es dem Säugling immer schlechter, erst gegen fünf Uhr früh wurde der Notarzt gerufen. 

Der Kindsvater schwieg sich über sein Handeln aus. Das Baby überlebte knapp, es wurde notoperiert und musste mehrere Folge-Operationen erleiden. Erst umfangreiche Untersuchungen gaben den Aufschluss, dass eine Misshandlung stattgefunden hatte. Ein Kinderarzt attestierte dem Mädchen trübe Zukunftsaussichten. Es werde mit starken Seh- und Hörproblemen leben müssen. Der Prozess dauert an.

wal

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