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Ein großes Loch hat ein Unbekannter in die Heckscheibe des Autos geschlagen.

Autoscheiben eingeschlagen

Randale nach Burschenparty: Geschädigte sauer

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Die Randale nach der Party der Sauerlacher Burschen schlägt weiter Wellen: Eine Geschädigte fordert: Kein Alkohol mehr oder keine Party.

Sauerlach – „Das Fass ist explodiert!“ Eine Sauerlacherin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, ist stinksauer. Ein Unbekannter hatte in der Nacht nach der Schneemassparty vor genau einer Woche die Heckscheiben ihrer Autos eingeschlagen. Der Täterhinterließ rund um die Kirch- und die Schmidstraße eine Schneise der Verwüstung. Bei einem dritten Auto wurde ebenfalls die Scheibe eingeschlagen und zusätzlich der Seitenspiegel abgetreten. Außerdem kippte der Täter einige Pfosten um oder riss sie aus dem Boden.

Kein Alkohol oder gar keine Party 

Nun fordert die Sauerlacherin Konsequenzen vom Burschenverein: „Entweder wird kein Alkohol mehr ausgeschenkt oder die Party setzt ein Jahr aus.“ Seit Jahren gebe es Probleme – und zwar nur nach den Feiern des Burschenvereins. Über Lausbubenstreiche wie umgekippte Mülltonnen könne sie ja noch hinwegsehen, die eingeschlagenen Heckscheiben seien nun aber ein absoluter Höhepunkt. „Wir mussten uns eine Woche lang ein Mietauto nehmen, sonst wären wir nicht mehr mobil gewesen“, sagt sie. Wahrscheinlich bleibe sie auf den Kosten sitzen. Entweder muss sie die Reparatur selbst bezahlen oder aber die Versicherungsbeiträge steigen.

„Lari-Fari-Antwort“ der Burschen ärgert sie

Die Schuld gibt die Sauerlacherin dem Burschenverein zwar nur „indirekt“, sieht ihn als Veranstalter aber dennoch klar in der Pflicht. Auf eine Beschwerde-Mail an die Burschen hätte sie nur eine „Lari-Fari-Antwort“ bekommen. Darin entschuldigten sich die Burschen, aber „sie haben geschrieben, dass sie sich nicht verantwortlich für die Vorfälle fühlen“. Zudem habe in der Mail gestanden, dass die Schneemassparty künftig weiterhin stattfinden soll wie bisher. Der Burschenverein wolle sich aus der Affäre ziehen, so ihr Vorwurf. Das ließ die Emotionen erneut hochkochen. Burschen-Vorsitzender Andreas Sturm wollte sich mit Blick auf die noch ausstehende Nachbereitung der Party mit der Polizei nicht äußern.

Täter bekäme Partyverbot

Norbert Hohenleitner, Leiter des Bereichs Sicherheit und Ordnung bei der Gemeinde Sauerlach, hat Verständnis für die Betroffenen, will aber keine voreiligen Schlüsse ziehen. Wenn von etwa 1600 Leuten fünf auffällig seien, könne man den Burschen daraus keinen Strick drehen. Ihm sei klar, dass die Vorfälle auf den Burschenverein zurückfallen, die Gemeinde wolle aber ebenfalls erst die Nachbereitung mit der Polizei abwarten. Sollte der Täter geschnappt werden, dürfe er künftig „sicher nicht mehr“ auf die Schneemassparty.

Hohenleitner ist zudem verwundert, dass sich noch keiner der Geschädigten bei ihm gemeldet hat. „Wir sind für Lösungsansätze und Gespräche offen.“ Die betroffene Sauerlacherin will sich bei ihm melden, sobald klar sei, ob die Versicherung den Schaden übernimmt und ob und in welcher Höhe sie auf Kosten sitzen bleibt.

Betroffene lehnt Gespräch ab

Trotz des großen Ärgers hofft die Betroffene weiter auf einen guten Ausgang. „Vielleicht hat der Täter ja die Courage und meldet sich bei uns oder bei der Polizei. Dann könnten wir das zumindest der Versicherung melden.“ Vom Burschenverein sei sie einfach nur enttäuscht. Ein Zeichen des guten Willens – etwa eine aufrichtige Entschuldigung oder eine Beteiligung an den Reparaturkosten – würde sie sich aber wünschen.  Und so lange diese fehlt, ist sie nicht bereit, sich mit den Burschen an einen Tisch zu setzen. Der Münchner Merkur hatte versucht, beide Parteien zu einem gemeinsamen Treffen einzuladen. Die Burschen hingegen wären dazu nach eigener Aussage durchaus bereit gewesen. 

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