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Durchhaltevermögen bewiesen die rund 200 Sauerlacher bei der fast dreistündigen Bürgerversammlung. Eines der Hauptthemen an diesem Abend: der mögliche Bau einer Realschule im Ort.  

Sorgen um Finanzen

Realschule: Sauerlach zahlt – so oder so

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Sauerlach will eine Realschule auf eigener Flur. Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV) rechnet mit Baukosten von bis zu 40 Millionen Euro.

Sauerlach – Trotz Zweckverband müsste ihre Gemeinde einen erheblichen Anteil finanzieren. Ein Bürger fragt sich: Von welchem Geld? Schon jetzt ist Sauerlach verschuldet. Tendenz: steigend.

Der Süden des Landkreises braucht neue Realschulen. Das machte Christoph Göbel (CSU) auf der Sauerlacher Bürgerversammlung nochmals mehr als deutlich. „Die Schulstruktur reicht nicht aus. Wir haben dringend Handlungsbedarf“, sagte der Landrat mit Blick auf die prognostizierten Schülerzahlen für das Jahr 2035. Dabei befindet sich Göbel in einer angenehmen Situation: An Standortinteressenten mangelt es nicht. Während sich im Südosten Höhenkirchen-Siegertsbrunn als Standort für eine Realschule herauskristallisiert, hat weiter südlich unlängst auch Sauerlach seinen Hut in den Ring geworfen. Hier konkurrieren mit Taufkirchen und Oberhaching allerdings noch zwei weitere Kommunen um den Standortzuschlag.

Die drei Gemeinden bilden zusammen mit Grünwald einen Schulzweckverband, hätten somit einen Neubau anteilig zu finanzieren. Für eine Schule samt Turnhalle rechnet Sauerlachs Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV) mit Gesamtkosten von bis zu 40 Millionen Euro. Rund 35 Prozent der Kosten würde wohl der Landkreis übernehmen. Den Rest teilen sich die Gemeinden im Schulzweckverband. Dabei müsste Sauerlach laut Bogner „einen hohen einstelligen Millionenbetrag“ beisteuern.

Zwar hat Sauerlach mit derzeit rund 2,4 Millionen Euro Schulden bei Banken so wenig Verbindlichkeiten wie seit Jahren nicht mehr. Doch in den kommenden Jahren stehen hohe Ausgaben an. Bis 2020 steigen die gemeindlichen Verbindlichkeiten dadurch wieder auf 9,9 Millionen Euro an.

Eine Wunde, in die Werner Brenner seinen Finger bei der Bürgerversammlung legte. „Wenn wir eine Realschule hier haben, ist das ein Vorteil, klar“, sagte Brenner. „Aber die finanzielle Belastung für die Gemeinde ist ziemlich groß.“ Für Brenner ist der entscheidende Punkt in der Realschul-Diskussion: „Wie wollen Sie diese Schuldenlast tragen?“

Dass ein Neubau mit hohen Kosten verbunden ist, sei der Gemeinde klar gewesen, als sie den Beschluss für die Bewerbung als Standort verabschiedet hat, erwiderte Bogner. „Aber die Schule wird nicht vor fünf Jahren kommen. Da haben wir genug Zeit uns zu überlegen, wie wir diese Gelder generieren.“ Zwei mögliche Optionen benannte Bogner auf Nachfrage: den Verkauf gemeindeeigener Grundstücke oder aber eine weitere Kreditaufnahme. Dabei ist es im Grunde egal, wo die Realschule letztlich gebaut wird: Sauerlach muss sich an der Finanzierung beteiligen. „Wir werden auch in anderen Gemeinde für die Schule zahlen müssen“, sagte Bogner.

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