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Ross und Reiter lassen sich in Arget segnen.

125 Reiter beim Dreikönigsumritt in Arget

Rarität mit Rekordwert

Arget - 125 Reiter – so viele wie nie – kommen mit ihren Pferden zum Dreikönigsumritt. Gelebtes Brauchtum und christliche Tradition, für die so mancher weite Wege in Kauf nimmt.

Eine Reiterschar versammelt sich vor dem Friedhofsportal der barocken Pfarrkirche St. Michael in Arget. Gewieher klingt herüber. Niedliche Ponys, Haflinger und stattliche Kaltblüter warten brav vor dem Gotteshaus. Rund 125 Aktive hoch zu Ross sind es aus den Landkreisen München, Rosenheim, Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen. 

So viele wie nie zuvor. Sie alle wollen beim Dreikönigsumritt von Prälat Walter Wakenhut Segen für Mensch und Tier erbeten. Hunderte Zuschauer verfolgen die Veranstaltung, eine Rarität im Landkreis. Denn die meisten Ritte finden an Leonhardi statt. Dieser traditionelle Jahresauftakt entwickelte sich 1994 aus einer Stammtisch-Idee.

Als Initiator gilt Gottfried Grasberger, unterstützt von den Pferdefreunden Waakirchen. Im Laufe eines Treffens im nahen Gasthof Schmuck wurde die Idee geboren, einen Umritt am Dreikönigstag zu begründen. Der christliche Aspekt liegt Grasberger dabei am Herzen. Der beschwerliche Ritt, den die Heiligen Drei Könige damals auf sich genommen hätten, um dem Christuskind mit Gold, Weihrauch und Myrrhe zu huldigen, liege dem Umritt zugrunde. Viel Engagement steckt Grasberger seither in jede Veranstaltung. Jetzt ist er im Ruhestand, bleibt dem Dreikönigsritt aber treu. „Ich mache weiter, so lange ich eben kann“, sagt er fröhlich. 

Während Ross und Reiter geduldig vor St. Michael warten, spricht Prälat Walter Wakenhut in einem Festgottesdienst große Anerkennung aus – und zwar den rund 30 Sternsingern. Nach dem Umritt machen sie sich auf den Weg durch die Gemeinde, um Spenden für ein argentinisches Kinderdorf zu sammeln. „Ihr habt nicht nur von der Not dieser Kinder gehört, sondern engagiert Euch an Eurem letzten Feriennachmittag für sie und handelt“, sagt Wakenhut. Dafür gebühre ihnen großer Respekt. 

125 Reiter beim Dreikönigsumritt in Arget: Bilder

Danach gilt es für Reiter und Pferde, St. Michael auf einem Rundparcours dreimal zu umrunden. Prälat Wakenhut, umringt von den Sternsingern, segnet sie, erbittet Schutz für Mensch und Tier. 

Den erhält auch Josef Stahl aus Miesbach. Der 19-jährige Zimmerer ist mit Ignaz (7), einem süddeutschen Kaltblut, gekommen. Schon zum dritten Mal sind sie heuer dabei. Zwei Stunden dauerte ihr Ritt nach Arget, zwei Stunden wieder zurück. Die Gemeinschaft der Reiter und die beeindruckende Kulisse schätzt Stahl in Arget sehr. 

Offizieller Veranstalter ist die Gemeinde Sauerlach, viele fleißige Helfer ziehen mit. Wie die Mesnerbergler, der Trachtenverein. Der Stammsitz liegt in nächster Nachbarschaft zu St. Michael. Dort organisieren die Mitglieder eine Brotzeit nach dem Ritt. Für musikalische Umrahmung sorgen die Argeter Blechbläser. „Sauerlach kann stolz sein auf gleich zwei hochkarätigen Pferdeumritte im Jahr“, betont Grasberger. Denn neben dem Dreikönigsritt ist auch das St. Anna-Fest mit Pferdesegnung ein absoluter Höhepunkt.

Kathrin Kohnke

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