In der Friedrich-von-Aychsteter-Grundschule werden die Schüler sobald als möglich Luftfilter im Unterricht dazu bekommen.
+
In der Friedrich-von-Aychsteter-Grundschule werden die Schüler sobald als möglich Luftfilter im Unterricht dazu bekommen.

Sondersitzung: Gemeinde Sauerlach schafft für Einrichtungen Reiniger an

101 Luftfilter - Saubere Luft als Ergänzung

Die Luftreinheit und der Schutz vor Corona ist dem Sauerlacher Gemeinderat viel wert. Bis wann die Filter kommen, ist offen.

Sauerlach – Nicht kleckern, sondern klotzen, kurz vor Ferienende: Mit sieben zu zehn Stimmen hat der Sauerlacher Gemeinderat in einer Sondersitzung am Dienstagabend die Anschaffung von 101 mobilen Luftreinigungsgeräten beschlossen. Kostenpunkt der Infektionsschutz-Maßnahme: 320 000 Euro.

Damit soll nicht nur die hiesige Grundschule, sondern auch Kindertagesstätten und Feuerwehr ausgestattet werden – im Sinne der Gleichbehandlung, wie es heißt. „Wir können nicht die Schule ausrüsten und die anderen öffentlichen Einrichtungen ausschließen“, betonte Rathauschefin Barbara Bogner (UBV). Die Beschaffung müsse aufgrund der hohen Investition europaweit ausgeschrieben werden, was einige Zeit in Anspruch nehmen werde. Man rechnet mit etwa einem halben Jahr, bis die ersten Geräte zum Einsatz kommen. Michael Hohenleitner (CSU) findet diesen Zeitraum gleichwohl noch zu optimistisch geschätzt, da es „wegen der aktuellen Rohstoffknappheit wohl noch länger dauern dürfte“.

Es gibt kein Allheilmittel

Vorausgegangen war dem Beschluss eine lebhafte Diskussion über die Sinnhaftigkeit der Anschaffung. Denn ein Allheilmittel in Sachen Pandemie-Bekämpfung ist sie wohl nicht. Sie gilt den Gemeindevertretern eher als „Ergänzung der Frischluftzuführung“, wie es in der Beschlussvorlage heißt. Gelüftet werden müsse weiterhin, auch im Winter. Trotzdem: „Wir müssen alles tun, dass unsere Kinder gesund bleiben“, betonte etwa Michaela Haas (Grüne). UBV-Mann Willi Berthold wollte indes wissen, ob das Leasen oder Mieten der Geräte möglich sei. Antwort ja. Aber es kostet gut 30 000 Euro mehr. Sein Fraktionskollege Bernhard Lederer verwies darauf, dass bei Einsatz von Luftreinigern der Distanzunterricht angeordnet werden könne. Ursula Gresser (FDP) gab zu bedenken, dass „die Pflicht zum Lüften und Maskentragen bestehen bleibt“, während der Grüne Axel Horn befand, dass „die Geräte im Klassenraum wirksam beim Schutz der Kinder sind“.

Förderquote könnte höher sein

Zwar muss die Gemeinde die Kosten der Anschaffung nicht alleine tragen, der staatliche Zuschuss beträgt pro Raum und Klassenzimmer 1750 Euro. Aufgrund der Klassenzimmergröße von oft mehr als 70 Quadratmetern werden jedoch zwei Geräte pro Raum benötigt, ohne dass sich der Förderbetrag dadurch erhöht. Die Förderquote, zumindest für die von der Schule benötigten 56 Geräte sinkt somit von 50 auf 27 Prozent, heißt es in der Beschlussvorlage des Gemeinderates. Volker Camehn

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare