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Platz für elektromagnetische Strahlung: Robert Dörfler, Koordinator der OSW-Bürgerinitiative, will das Mobilfunk-Vorhaben zwischen Kleineichenhausen und Endlhausen stoppen.

Mobilfunk in Kleneichenhausen

5 G-Netz bekommt plötzlich Zustimmung

  • Kathrin Kohnke
    vonKathrin Kohnke
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Es scheint, als spalte ein geplanter Mobilfunkmast der Telekom Sauerlach in zwei Lager. Der Gemeinderat beschloss jetzt, darauf mit konkreter Information zu antworten.

Sauerlach – Ein unabhängiger Fachberater soll sich im Rahmen einer Ortsversammlung den Bürgerfragen stellen. Sobald es die Corona-Lage zulasse. Von besonderer Brisanz bei alldem: das Thema 5G. Mit Sorge glauben die Gegner des Projektes zwischen Kleineichenhausen und Endlhausen, dass die Telekom auf der Lichtung 5G installieren will. Ein Sprecher des Unternehmens hatte zwar den Bau des 40-Meter-Stahlgittermastens noch heuer auf Anfrage bestätigt. Welche Mobilfunk-Standards dabei abgedeckt werden sollen, verriet er nicht. Klarheit? Fehlanzeige. Dafür Befürchtungen.

Gefahren nicht bekannt

Sorgen, die laut Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV) wohl auch nicht ganz unbegründet seien. Man wisse halt wenig über die langjährigen Auswirkungen auf den menschlichen Körper. Ähnlich kritisch zeigt sich auch Gemeinderätin Andrea Killer (CSU): „Für mich ist ganz klar, dass Unternehmen auf einen solchen Masten doch die lukrativste Technik machen“. Könne die Gemeinde hier nicht einfach eine 5G-freie-Zone aussprechen, „geht das?“, fragte Killer ins Rund. „Das müsste man freilich rechtlich prüfen lassen“, antwortete Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV).

Die fünfte Generation (5G) des Mobilfunks scheint noch ein Buch mit sieben Siegeln zu sein. Deshalb hatte nicht zuletzt die CSU eine unabhängige Informationsveranstaltung für die Bürger gefordert. Sie wenden sich klar gegen den Masten. Nicht zuletzt aufgrund gesundheitlicher Gefahren und des Wertverlustes der Immobilien nahe dem Masten.

Befürworter zeigen Flagge

Mittlerweile aber zeigen auch die Befürworter zunehmend Flagge. „Neuerdings gehen bei uns auch Unterschriften für das Projekt ein“, informierte Bürgermeisterin Bogner jetzt den Gemeinderat. Gut 20 sollen es bisher sein, entsprechende Listen seien im Ort derzeit im Umlauf. „Wir begrüßen natürlich das Angebot für die Bürger, mehr Informationen zu erhalten“, betonte dazu Robert Dörfler, Koordinator der Initiative OSW, auf Anfrage. Wichtig sei jedoch, dass es sich dabei um unabhängige Referenten handele. Bernhard Lederer (UBV) hatte dies zuvor auch in der Sitzung vorgeschlagen und Fachleute des Landesamts für Naturschutz vorgeschlagen. „Wir haben keinen schlechten Handyempfang, es gibt keinen weißen Fleck“, behauptet Dörfler. Hier bräuchte es keinen neuen Mobilfunkmasten, sondern den ordentlichen Ausbau des Breitbandnetzes. Deshalb fordere die Initiative den Stopp des Telekom-Projektes.

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