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Bauamtsleiter und Kreisvolksmusikpfleger: Hubert Zellner will jetzt auch gern Bürgermeister von Sauerlach werden. 

Der Konkurrent im eigenen Haus: Sauerlachs Bauamtsleiter will Bürgermeister werden

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Wenn es die Spatzen von den Dächern pfeifen, ist die Katze aus dem Sack. In diesem Fall geht es um den Stuhl der Bürgermeisterin – und jemand, der bei der nächsten Kommunalwahl vielleicht daran sägen könnte.

Sauerlach – Dieser Jemand arbeitet wie Barbara Bogner (UBV) in der Rathausverwaltung. Es geht um Bauamtsleiter Hubert Zellner. Der CSU-Ortsgruppenvorstand betätigte dessen mögliche Kandidatur.

Bislang hielten sich die Sauerlacher Parteien bedeckt mit der Bekanntgabe möglicher Bürgermeisterkandidaten. Im Falle Zellners rutschte die Information jedoch eher ungewollt unter Volk. Früher als es dem potenziellen Kandidaten selbst lieb ist. Freilich, bestätigt Zellner, habe es Gespräche mit dem CSU-Ortsvorstand gegeben, auch war er auf der betreffenden Vorstandssitzung dabei. Dennoch sei es zu diesem Zeitpunkt im Grunde noch viel zu früh, das Thema öffentlich zu diskutieren. Auf beiden Seiten gebe es noch immer Bedenkzeit. 

Aktiv beim Trachtenverein und bekannt als Kreisvolksmusikpfleger

Immerhin sind einige entscheidende Hürden zu nehmen. Die wichtigste: die offizielle Nominierung als Bürgermeister-Kandidat in der Sitzung des CSU-Ortsvorstandes Ende September. Auch ist Zellner nicht mal Mitglied der Partei. Die Sauerlacher, gerade aber auch die Argeter, schätzen ihn als Vorstandsmitglied des Trachtenvereins Mesnerbergler, als Musikant im Niederhamer Saitenklang und vor allem seit 2017 als Volksmusikpfleger des Landkreises. „Ja es stimmt, auf unserer Vorstandswahl wurde eine mögliche Kandidatur Zellners diskutiert“, bestätigt Markus Hoffmann, Chef der örtlichen CSU-Fraktion, gegenüber demMünchner Merkur. Auch der Vorsitzende ist nicht wirklich glücklich darüber, dass die Personalie bereits jetzt die Runde macht. „Ich bin sogar schon auf dem Pfarrfest am Sonntag darauf angesprochen worden“, erzählt Hoffmann, verärgert über die offenkundige parteiinterne Indiskretion.

Zellner ist Hoffnungsträger der CSU

Bürgermeisterin Barbara Bogner hat keine Angst vor Konkurrenz. 

Bereits seit geraumer Zeit hätte die Ortsgruppe nach potenziellen Bürgermeister-Kandidaten Ausschau gehalten. Von dritter Seite sei dann die Idee gekommen, Hubert Zellner anzusprechen – was die CSU in Folge tat. Warum aber gerade der Bauamtsleiter, auf dessen Zusammenarbeit Bogner setzt? „Hubert Zellner fährt eine sehr klare, verbindliche Linie und ist immer gerade heraus“, argumentiert Hoffmann. Zudem, und dies sei ihm besonders wichtig, setze der Bauamtsleiter auf eine langfristige Ortsplanung, weg vom derzeitigen „Reparatur-Modus“. Dies sei genau das, was sich die Ortsgruppe vom Gemeinderat wünsche. Immerhin ist der Bauamtsleiter ein ordentliches Pfund, mit dem die Christsozialen im Ort wuchern könnten. Zumal es nach Angaben Hoffmanns höchstens nur noch zwei eher „halbherzige Kandidaten“ für das wichtige Amt gebe. Und die könnten jetzt, angesichts des möglichen Konkurrenten, womöglich das Handtuch schmeißen Entscheidet sich der Vorstand Ende September für Zellner als Kandidaten, wird das letzte Wort in der Sache auf der Mitgliederversammlung im Oktober gesprochen. Per Wahl. Dann geht es auch um die Aufstellung der Gemeinderatsliste.

Bürgermeisterin Bogner: „Was er in seiner Freizeit macht, ist mir wurscht“

„Wenn man Bürgermeisterin ist, ist ein Gegenkandidat eine ganz normale Sache und kein wirklicher Hammer“, sagt Barbara Bogner, seit 2008 amtierende Rathaus-Chefin (UBV). Hubert Zellner habe sie bereits vor einem Monat über seine möglichen Kandidatur-Pläne informiert. Sie habe ihm gesagt, im Rathaus sei er Angestellter und mit Aufgaben befasst bis zum 30. April. Was er in seiner Freizeit mache, und dies sei eine Kandidatur, sei ihr „wurscht“. „Mich stresst das Ganze nicht ein bisschen“, beteuert Bogner. Ihr sei es egal, wen die CSU als Kandidaten aufstelle. „Erst mal bin ich die Gewinnerin“, sagt sie selbstbewusst.

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