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Sauerlach beschließt Windparkbau mit Bürgerbeteiligung

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Von: Volker Camehn

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Morgenstimmung in einem Windkraftpark. SymbolFoto: dpa
Morgenstimmung in einem Windkraftpark. SymbolFoto: dpa © Patrick Pleul

Energie konkret: Der Sauerlacher Gemeinderat hat jetzt in der Sitzung beschlossen, im Bereich des Hofoldinger Forstes einen Windpark zu bauen.

Sauerlach – Voraussetzung dazu ist, dass auch die Zweitgutachten zur Wirtschaftlichkeit positiv ausfallen, heißt es in der Beschlussvorlage. Zudem soll der Windpark „im Rahmen eines Bürger-Beteiligungs-Modells erstellt und betrieben werden“. Umsatz mit Umweltschutz also.

2024, so der Plan, sollen auf dem Gebiet der gemeinsamen Gemeindegrenzen zu Otterfing und Aying drei Windkraftanlagen entstehen. Bauplanungsrechtlich fehlt zur Zeit zwar noch die Anpassung des Landschaftsschutzgebiets „Hofoldinger und Höhenkirchner Forst im Landkreis München“. Dieses Verfahren lässt sich jedoch laut Landratsamt München parallel zum Antragsverfahren für die Windräder durchführen. Bereits im kommenden Frühjahr könnten demnach schon die Genehmigungs-Anträge vorliegen. Das Landratsamt hat zur Zeit den Vorsitz der Arge Windenergie Hofoldinger Forst inne, die seit 2013 gemeinsame Pläne für entsprechende Anlagen an der A 8 ausarbeitet.

Gutachten stimmen zuversichtlich

Im Sauerlacher Rathaus gibt man sich in Sachen Windkraft zuversichtlich und entschlossen: „Die bisherigen – bereits im Gemeinderat vorgestellten – Gutachten lassen einen wirtschaftlichen Betrieb eines Windparks im Hofoldinger Forst erwarten“. Das Ziel sei ein breiter „Energie-Mix aus regenerativen Energiequellen“. Da biete sich die Nutzung der Windenergie an, heißt es. Und das auch vor dem Hintergrund, „dass die Anlagen inzwischen auf sogenannten Schwachwindstandorten wirtschaftlich betrieben werden können“. Heißt: Auch laue Lüftchen liefern dann Strom. Zudem zeigten sich „die ökologischen und landschaftsästhetischen Auswirkungen“ als vertretbar.

Flurschaden muss in Kauf genommen werden

Denn ganz ohne Flurschaden ist so ein Windpark natürlich nicht zu haben: Es müssen Flächen im Hofoldinger Forst für das Bauvorhaben gerodet werden. Aktuell geht man von etwa 6000 Quadratmeter aus, die für sauberen Strom der Kettensäge zum Opfer fallen. Eine entsprechende Aufforstung an anderer Stelle sei gleichwohl geplant.

Bürger sollen mitmachen

Es handelt es sich hier nicht weniger als um ein Gemeinde-übergreifendes Projekt: Für die Windanlagen wollen Otterfing, Aying und Sauerlach eine Betreiber-GmbH gründen, die Windenergie Hofoldinger Forst GmbH. Ihr Stammkapital soll laut aktueller Beschlussvorlage insgesamt 30 000 Euro betragen, Sauerlach beteiligt sich mit 10 000 Euro. Zudem wollen die Gemeinden ihren Bürgern ermöglichen, sich finanziell an dem Großprojekt zu beteiligen: Etwa 30 Prozent der Gesamtkosten (rund 18 Millionen Euro), ließen sich auf diese Weise durch sogenannte Bürger-Einlagen decken, so das Kalkül.

Ein Hintertürchen lässt sich die Gemeinde Sauerlach bei allem Wirbel um die Windkraft jedoch offen: „Sollte aus ökologischen oder ökonomischen Gründen eine Realisierung unmöglich werden“, heißt es in der Beschlussvorlage, „kann das Projekt weiterhin gestoppt werden.“

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