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Auf dieser Lichtung im Wald zwischen Kleineichenhausen und Endlhausen soll noch im Laufe des Jahres ein 40 Meter hoher Mobilfunkmast aufgestellt werden. Robert Dörfler, Koordinator der Bürgerinitiative, sammelte bereits 200 Unterschriften gegen das Vorhaben. 

Unterschriften gesammelt

Sorge um Gesundheit und Wertverlust der Häuser: Bürger wehren sich gegen Mobilfunkmast

  • Kathrin Kohnke
    vonKathrin Kohnke
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Trotz Corona-Krise und sozialer Einschränkungen hat es eine Bürgerinitiative geschafft, mit ihrem Anliegen große Aufmerksamkeit zu erlangen. „Ortsteile Sauerlach-West“ (OSW) so ihr Name. Mehr als 200 Anwohner schlossen sich dem Protest schon an. Stein des Anstoßes: ein geplanter Mobilfunkmast der Deutschen Telekom in Kleineichenhausen.

Sauerlach -  Eine Unterschriftenliste will Koordinator Robert Dörfler jetzt im Sauerlacher Rathaus übergeben. Startschuss der Initiative war am 16. März.

Das Ziel des zehnköpfigen Gründungsteams ist klar formuliert. „Wir wollen auf jeden Fall verhindern, dass die Telekom im nahen Waldstück zwischen Kleineichenhausen und Endlhausen einen Sendemast aufstellt“, so Dörfler. Verbunden damit sei die Forderung an die Gemeinde, den Glasfaserausbau zügig voranzutreiben. Befürchtet werden „drastische“ Auswirkungen auf die Gesundheit und Wertverlust aller Immobilien in Sichtachse des Masten. Anwohner der betroffenen Ortsteile Klein- und Großeichenhausen, Gumpertshausen und Altkirchen besiegelten das mit ihrer Unterschrift. Unterstützung gibt es auch aus dem rund zwei Kilometer entfernten Endlhausen, Landkreis Bad Tölz/Wolfratshausen.

Sorge um Gesundheitsgefahr durch Strahlung

Robert Dörfler (68), der Koordinator der Initiative und heute im Ruhestand, hatte davor eine Akustik- und Trockenbaufirma. Seit beinah 40 Jahren wohnt er mit seiner Frau schon auf dem Hof in Kleineichenhausen - jetzt auch der Sohn mit seiner Familie und den zwei kleinen Enkeln. „Gerade auch wegen der Kinder machen wir uns große Sorgen um eine Gesundheitsgefahr durch die Strahlung des Mobilfunkmasten“, sagt der besorgte Großvater. Man habe vor Ort doch ein funktionierendes Handynetz.

In drei mehrseitigen Flyern informierte die OSW alle Anwohner über das Projekt. „Es hat vorher keiner Konkretes gewusst“, so der Sprecher. Er befürchtet, dass die Telekom den Aufbau noch heuer abwickeln wolle. 40 Meter hoch soll der geplante Stahlgittermast mit 4G-Antenne sein, so Dörfler. Das habe ihm ein Subunternehmer des Konzerns mitgeteilt, der das Terrain vor Ort eruierte. Zwei Nachbarn hätten die Frage, ob sie ihr Grundstück dafür zur Verfügung stellen, verneint. Ein Dritter hätte seinen Grund dann aber auf 15 Jahre verpachtet, mit der Option um insgesamt zehn Jahre Verlängerung. „Ein kleines Drama in unserem kleinen Dorf“, bedauert Dörfler.

Funkstille seitens der Telekom

Der besagte Standort ist eine quadratische Lichtung inmitten des Waldes zwischen Kleineichenhausen und Endlhausen. Auf Anfrage des Münchner Merkur hat ein Telekom-Sprecher den Bau des 40-Meter-Masten mittlerweile bestätigt. Dieser soll noch in diesem Jahr entstehen und „der Versorgung des ländlichen Raums mit LTE dienen“. Welche Mobilfunk-Standards dabei abgedeckt werden sollen und ob andere Provider den Mast ebenfalls nutzen dürfen, beantwortete der Sprecher nicht. Funkstille auch auf diese Frage: „Was antworten Sie den Anwohnern bezüglich der gehegten Sorgen um Gesundheitsgefahren in dem Bereich?“

Gemeinderat wird Erschließung prüfen

Sauerlachs Bauamtsleiter Hubert Zellner, der derzeit im Homeofficem arbeitet, sagte auf Anfrage, dass der Mobilfunkbetreiber noch keinen Bauantrag bezüglich des Sendemastes gestellt habe. In Folge werde sich der Gemeinderat damit auseinandersetzen und die Erschließung prüfen. Der Waldweg zum besagten Areal gehöre immerhin der Gemeinde. Andererseits sei ein funktionierendes Handynetz nicht zuletzt für Waldarbeiter und Landwirte und deren Sicherheit elementar.

Robert Dörfler indessen will schon in Bälde die gesammelten Unterschriften an die Gemeinde übermitteln. „Wir werden so schnell nicht aufgeben“, versichert der OSW-Koordinator, der nach der Corona-Krise eine öffentliche Info-Veranstaltung nicht ausschließt.

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