Rektorin Astrid Langwieder freut sich über die Aufstockung der Jugendsozialarbeit.
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Rektorin Astrid Langwieder freut sich über die Aufstockung der Jugendsozialarbeit.

Nach Kündigung

Grundschule Sauerlach fordert mehr Jugendsozialarbeit

  • Kathrin Kohnke
    vonKathrin Kohnke
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Eine Viertelstelle ist zu wenig für die Jugendsozialarbeit an der Grundschule Sauerlach. Davon konnte Rektorin Astrid Langwieder den Gemeinderat überzeugen. 

Sauerlach – Streitschlichtung, Mobbingprävention, Individualhilfe. Wichtige Aufgabengebiete der Jugendsozialarbeit (JSA) an der Friedrich-von-Aychsteter-Grundschule Sauerlach. Bewilligt war dafür bislang eine Viertelstelle. Viel zu wenig nach Ansicht der Schulleitung. Rektorin Astrid Langwieder beantragte daher die Aufstockung auf eine 0,75-Stelle. Der Gemeinderat diskutierte, sah das genauso und stimmte schließlich zu.

Die Sauerlacher Grundschule ist keine Brennpunktschule. Das betonte Astrid Langwieder vor dem Gremium. Die erfahrene Schulleiterin war zur Ratssitzung gekommen, um die Bürgerfrageviertelstunde für ihr Anliegen zu nutzen; Unterstützt vom Lehrerkollegium und Vertretern des Elternbeirats.

Schon die zweite Jugensozialkraft des Kreisjugendrings hat gekündigt

Zum zweiten Mal bereits habe eine Jugendsozialkraft des Kreisjugendrings gekündigt, beklagte die Schulleiterin. Das Arbeitspensum sei in knapp zehn Stunden wöchentlich, sprich der 0,25-Stelle, einfach nicht zu schaffen. „Die Entwicklung der letzten Jahre hat gezeigt, dass der Einsatz der JSA an der Schule sinnvoll und richtig ist“, so die Rektorin. Diese sei „extremst wichtig“. Veränderungen in Gesellschaft und Familie führten dazu, dass es auch in der Schule zunehmend Gesprächsbedarf gebe. „Die Lehrer sind teils auch ausgebrannt, weil sie so viele Fälle haben, die sie einfach nicht abarbeiten können“, sagt Astrid Langwieder. Vom Sozialkompetenztraining über Mobbingprävention bis hin zu Individualhilfe für Schüler, Eltern und auch Lehrkräfte: Das bestehende Stundenkontingent reiche bei Weitem nicht mehr aus. Rund 300 Schüler besuchen die Einrichtung an der Münchener Straße.

Klaus Zimmermann sieht die Lehrer in der Pflicht

Wolfgang Büsch (Grüne) folgte dem Anliegen der Schulleitung, da eine Aufstockung allen Kindern zu Gute käme. „Wenn dadurch Streit deeskaliert werden kann, ist das nur zu unterstützen.“ Klaus Zimmermann (UBV) allerdings erklärte nur seine Bereitschaft, auf eine halbe Stelle zu erweitern. „Ich denke, hier sollten auch die Lehrer mehr in die Pflicht genommen werden.“ Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV) hob den finanziellen Aspekt der 0,75-Stelle hervor: Den Gesamtpersonalkosten von dann 44 645 Euro jährlich stünde ein 22 323 Euro-Zuschuss des Landkreises gegenüber. So blieben am Ende 22 322 Euro für die Gemeinde übrig, bei der 0.25-Stelle waren dies bisher 16 500 Euro. „Die aufgestockte Stelle kostet uns also nur 5822 Euro mehr“, so Bogner. Nach kurzer Entscheidungsphase entschieden neun Ratsmitglieder für die Aufstockung, drei waren dagegen: Peter Frimmer, Klaus Zimmermann, Claus Koch, alle UBV.

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