1. Startseite
  2. Lokales
  3. München Landkreis
  4. Sauerlach

Kita in Sauerlach kostet 400.000 Euro mehr als geplant – Gemeinderat stimmt trotzdem zu

Erstellt:

Von: Volker Camehn

Kommentare

Beschäftigt: Kinder stecken in einer Kinderkrippe die Teile einer Holzeisenbahn zusammen.
Die Kita in Sauerlach wird teurer als gedacht./Symbolbild © Julian Stratenschulte

Zähneknirschend genehmigt der Gemeinderat Sauerlach 400 000 Euro Mehrkosten für den Umbau der Kita.

Sauerlach – Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV) schien geradezu erleichtert: „Die Listen stimmen!“ Die Mehrausgaben für den Umbau der Kita „Sternschnuppe“ von 400 000 Euro konnten somit im Gemeinderat genehmigt werden.

Selbstverständlich war das lange nicht: Die aktuellen Umbaumaßnahmen der Kita in Sauerlach sind nämlich teurer als angenommen. Waren hierfür im Haushaltsplan 2022 insgesamt 500 000 Euro vorgesehen, sind laut dem zuständigen Architekturbüro Zach aus Otterfing noch weitere 400 000 Euro für den Abschluss der Baumaßnahme nötig. Verantwortlich hierfür seien „unter anderem die derzeitigen konjunkturellen Auswirkungen auf die Baupreise“, wie es in der Beschlussvorlage heißt.

Sauerlach: Kritik vonseiten des Gemeinderats

Doch die zuvor präsentierte Gesamtkostenaufstellung hatte sich als regelrechtes Zahlenwirrwarr entpuppt und im Gemeinderat für viel Missmut gesorgt. So war zum Beispiel an einer Stelle eine Abrechnungssumme mit 14 000 Euro ausgewiesen, woanders tauchte sie mit gerade 8000 Euro auf. Korrekt oder verrechnet: Die Herkunft der Differenz von 6000 Euro ließ sich nicht so einfach nachvollziehen. Zudem trugen einige Tabellenblätter eine falsche Überschrift.

Kurz: Vor diesem Hintergrund wollten die Gemeinderäte die benötigten 400 000 Euro nicht einfach durchwinken, sodass das Thema jetzt erneut auf die Tagesordnung kam.

Ganz ohne Kritik ging die Genehmigung dann aber doch nicht über die Bühne. „Warum gibt es diese Fülle von Nachträgen?“, monierte etwa UBV-Rat Götz von Borries.

Und warum müssen die Daten des Architekturbüros mühselig nochmals bei der Gemeindeverwaltung eingepflegt werden, was sich als fehleranfällig erwiesen hatte. „Wir leben doch im 21. Jahrhundert!“, so von Borries.

Sauerlach: 20 Prozent mehr für manche Baubereiche

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Landkreis-München-Newsletter.)

Für Gemeinderätin Ursula Gresser (FDP) war indes nicht nachvollziehbar, warum die ursprüngliche Kostenschätzung „so niedrig angesetzt war“. Differenzen von bis zu 20 Prozent für manche Baubereiche seien doch „etwas zu viel“, so Gresser. Missfallen hatte zudem der Umstand erregt, dass „unklar ist, seit wann der Architekt von den Mehrkosten schon wusste und nie mit einer Genehmigung von weiteren Haushaltsmitteln an uns herangetreten ist“, so Rathauschefin Barbara Bogner.

Am Ende blieb bei den Gemeinderäten ein Rest Unbehagen, so schien es. „Es bleibt diffus“, hatte zum Beispiel CSU-Fraktionssprecher Michael Hohenleitner bereits im Vorfeld konstatiert. Gleichwohl genehmigte der Gemeinderat schließlich die zusätzlichen Haushaltsmittel. Sparen will man dafür an anderer Stelle – beim Kauf von Grundstücken etwa.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis München finden Sie auf Merkur.de/Landkreis München.

Auch interessant

Kommentare