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Der Kreisfeuerwehrtag fing für die Argeter Feuerwehr (vorne am Tisch) mit einem Einsatz bei einem Unfall an. „Glücklicherweise wurden zwei Personen nur leicht verletzt“, sagte Kommandant Norbert Hohenleitner (rechts am Tisch).

Kreisfeuerwehrtag

Bereitschaft rund um die Uhr

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Insgesamt 657 Feuerwehrleute und 70 Gäste aus der Politik waren zum Kreisfeuerwehrtag in die Mehrzweckhalle nach Sauerlach gekommen. Für die Argeter Feuerwehr fing der Tag rasant an. Sie mussten zu einem Verkehrsunfall in Lochhofen mit zwei Verletzten ausrücken.

SauerlachErleichterung auf den Gesichtern der Argeter nach der Rückkehr. „Verkehrsunfall mit vier Pkw, ein Fahrzeug brennt“, hatte die Erstmeldung gelautet. Deshalb waren auch Kameraden aus Otterfing und Altkirchen zu Hilfe geeilt. „Glücklicherweise war es nur ein Auffahrunfall“, erläuterte Kommandant Norbert Hohenleitner. In nur sechs Minuten war die Wehr am Einsatzort in Lochhofen, da die Fahrzeuge zur Gebietsabsicherung für den Feuerwehrtag in Sauerlach standen. Später am Abend gab’s erneut Alarm, die drei Wehren rückten wieder aus: Fehlfunktion einer Brandmeldeanlage eines Argeter Hotels. Bereitschaft: rund um die Uhr.

10 000 Einsätze

Für die 3965 Mitglieder der 45 freiwilligen und zehn Werks- oder Betriebsfeuerwehren ist das nichts Ungewöhnliches. Zahlen dazu nannte Kreisbrandrat Josef Vielhuber in einem Rückblick. „Die Wehren des Landkreises wurden 2016 zu 9650 Einsätzen aus dem ganzen Aufgabenspektrum gerufen“. Damit seien die Einsätze nach dem Rekordjahr 2015 (12 177 Einsätze) zwar zurückgegangen, aber immer noch auf hohem Niveau. Allein die First-Responder rückten 2546 Mal aus.

„Mit den Schlagworten retten, löschen, bergen, schützen lässt sich das vielfältige Einsatzgeschehen treffend beschreiben“, so Vielhuber und erinnerte an einige besondere Fälle. Wie etwa den Großbrand bei der Firma Gore in Putzbrunn, der den Feuerwehrleuten ihr ganzes Können abverlangte, ein gesprengter Geldausgabeautomat in Oberhaching und eine durch starken Wind kollabierte Traglufthalle in Taufkirchen.

Bemerkenswert seien auch die Einsätze an der hochwasserführenden Isar im August gewesen. „Unvernünftige und schlecht ausgerüstete Freizeitsportler mussten quasi vor sich selbst geschützt werden“, sagte Vielhuber. Die Landkreiswehren hätten all diese Aufgaben hervorragend bewältigt. 31 125 Mal gingen Notrufe in der Einsatzzentrale ein, 1416 erwiesen sich im Nachhinein als Fehlalarm. Mit 851 Einsätzen wurde die Wehr Unterschleißheim am meisten gefordert, gefolgt von den Kameraden aus Unterhaching (687) und Ottobrunn (580).

Der Nachwuchs fehlt

Wie Vielhuber hatte zuvor Landrat Christoph Göbel den Rückgang der jungen Feuerwehrleute bedauert, deren Zahl von 479 auf 470 gesunken ist. „Ich appelliere an die Verantwortlichen, ihre Feuerwehren und ganz einfach die Gerätehäuser für die jungen Leute mehr zu öffnen“, so Vielhuber. Die Jugendarbeit sei für den Fortbestand elementar. Göbel mahnte zudem neue Wege im Ehrenamtsmanagement an. Es werde zunehmend schwerer, Arbeitnehmer für die Wehren zu rekrutieren, die Tagesverfügbarkeit nehme stetig ab. Für die Feuerwehren forderte Göbel mehr Anerkennung in der Gesellschaft. Diese würden schließlich täglich Enormes leisten.

Traditionell endet jeder Kreisfeuerwehrtag mit der Verleihung der Feuerwehr-Ehrenzeichen am Bande des Freistaates Bayern. Für ihre 40-jährige Dienstzeit ehrten Göbel und Vielhuber 36 Feuerwehrmänner, für 25 Dienstjahre gab es 52 Mal Silber. Gold gab es auch für Unterhachings ehemaligen Kommandanten Josef Gmeinwieser. „Jetzt habe ich alles an Ehrungen abgeräumt“, sagte er gut gelaunt. Eine Woche Urlaub im Gästehaus St. Florian in Bayerisch Gmain gibt es für alle „Vierziger“ vom Freistaat noch dazu – verdienterweise.

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