Der Motorblock ist völlig zerstört: der Nissan Qashqai nach dem Zusammenprall mit der S-Bahn.
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Der Motorblock ist völlig zerstört: der Nissan Qashqai nach dem Zusammenprall mit der S-Bahn.

Das hätte böse enden können

Mama, der Zug! - So knapp überlebten Mutter und Kind (8) den S-Bahn-Crash

  • Stefan Weinzierl
    vonStefan Weinzierl
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„Zugunglück“ lautete die Alarmierung: Eine Mutter und ihr achtjähriger Sohn waren im Auto von einer S-Bahn gerammt worden. Wie knapp der Unfall für sie ausging, ist jetzt erst klar.

Sauerlach– Die Fahrt zum Fußballtraining hätte für einen achtjährigen Sohn und seine Mutter (40) beinahe im Fiasko geendet. Das Auto der Frau aus dem südlichen Landkreis München wurde an einem Bahnübergang von einer S-Bahn erfasst. Dabei wurde der Nissan Qashqai schwer beschädigt, die Fahrerin kam mit leichten Verletzungen davon, ihr Sohn blieb laut Polizei unverletzt. „Das hätte auch deutlich schlimmer ausgehen können“, betont ein Polizeisprecher.

Der Unfall ereignet sich am Mittwoch um kurz vor 18 Uhr, wenige Meter vom Fußballplatz entfernt am Bahnübergang an der Kleefeldstraße. Den ersten Ermittlungen der Polizei zufolge übersieht die Frau das rote Blinklicht am halbbeschrankten Bahnübergang. Als ihr Sohn sie lautstark darauf aufmerksam macht, bremst sie stark ab. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich ihr Auto aber bereits mitten auf den Gleisen.

Das Unglück ereignete sich direkt am Sportpark Arget.

Dem zweiten Zug kann die Frau nicht mehr ausweichen

In diesem Moment nähern sich die aus Otterfing kommende S-Bahn sowie die S-Bahn in Fahrtrichtung Holzkirchen. Jetzt entscheiden Sekunden über Leben und Tod. Als die Mutter die Züge bemerkt, legt sie den Rückwärtsgang ein und versucht verzweifelt aus dem Bahnübergang herauszufahren. Dabei stößt sie gegen die Bahnschranke, die sich bereits hinter ihrem Fahrzeug geschlossen hat. Mutter und Sohn sitzen in der Falle. Doch das letzte Manöver der Frau verhindert eine Tragödie: Sie kann mit ihrem Pkw so weit zurückstoßen, dass sie eine Kollision mit dem stadteinwärts fahrenden Zug vermeiden kann. Nicht aber mit der anderen S-Bahn: Trotz sofort eingeleiteter Notbremsung des Triebwagenführers (24) kommt es zum Crash.

Den Motorblock reißt es beim Aufprall einfach weg

„Dabei hat es den Motorblock regelrecht weggerissen“, erzählt Norbert Hohenleitner, Kommandant der Feuerwehr Arget, die zusammen mit der Otterfinger Wehr am Unfallort im Einsatz ist. Die Fahrgastzelle hat dagegen kaum etwas abbekommen. So kann die Mutter mit Hautabschürfungen, der Sohn unverletzt das Wrack selbstständig verlassen. Sie werden vom Rettungsdienst versorgt, während die Brandhelfer die Unfallstelle rund um die stark beschädigte Bahnschranke absichern, die im gesamten Umfeld zerstreuten Kleinteile zusammensammeln und sich um das Wohlergehen der beiden Lokführer sowie der Fahrgäste kümmern. Ein Rettungshubschrauber, der extra auf dem benachbarten Fußballplatz landet, wird nicht gebraucht. Der Zugverkehr muss zur Unfallaufnahme unterbrochen werden. Rund eineinhalb Stunden müssen die Passagiere ausharren, ehe sich die S-Bahnen wieder in Bewegung setzen.

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