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Wollen die alten Ortsbäume retten: (v.l.) Nikolaus von Grundherr (Bürgerstiftung), Bürgermeisterin Barbara Bogner, Baumeignerin Karin Humpl und Forstwirt Martin Sterflinger, Gemeinde Sauerlach

Viele Bäume sind bedroht

Misteln – die wachsende Gefahr

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Kugelrund, kerngesund. Dabei sägt sie an dem Ast, auf dem sie sitzt. Die Rede ist von der Laubholz-Mistel, auch Viscum album genannt. Die Bürgerstiftung Sauerlach (BSS) beobachtet derzeit den Vormarsch des Halbparasiten, fürchtet um die Gesundheit ortsbildprägender Solitärbäume. Ein gemeinsames Projekt mit der Gemeinde soll diese retten. 

Sauerlach„Bürger für Bäume“ heißt die Devise. Ortstermin in Arget, einem der zwölf Ortsteile Sauerlachs. Mit dem herbstlichen Fall des Laubes offenbart sich derzeit das Ausmaß des Befalls. Viele Bäume sind betroffen. BSS-Vorsitzender Nikolaus von Grundherr, Bürgermeisterin Barbara Bogner und Martin Sterflinger, Forstbetriebsleiter der Gemeinde, stehen vor der dreistämmigen Dorflinde der Familie Humpl. Mehrere Tausend Euro haben die Humpls bereits in den Erhalt investiert und kommen an Grenzen. Der Baum an der Ecke Oberhamer-/Holzkirchnerstraße ist ortsbildprägend und von Misteln übersät. Mehr als fünf dieser immergrünen Halbparasiten gefährden bereits die Vitalität.

Ausgewachsene Misteln erreichen einen Durchmesser von bis zu einem Meter. „Das Problem ist, das sie ihrem Wirt Wasser und Nährstoffe entziehen“, erläutert Sterflinger, seit gut 27 Jahren im Amt. Im Sommer geriete der Baum durch die zusätzliche Verdunstung in Wasserstress. Das zusätzliche Gewicht bei feuchtem Schnee ließe wiederum Äste im Winter brechen. Andererseits dienten die Mistelbeeren Vögeln als Nahrung in der kalten Jahreszeit. „Deshalb dürfen nur so viele entfernt werden, dass der Baum wieder zu Kräften kommen kann“, erläutert Sterflinger.

Rund 3000 Euro kostet vermutlich der Beschnitt an der Dorflinde. Die BSS plant, die abgetrennten Misteln in der Weihnachtzeit auf Märkten zu verkaufen und den Erlös wiederum ins Projekt fließen zu lassen. Als Dekoration sind diese ein Renner.

Von Grundherr hat einen Ordner dabei, den der Heimatkundler Helmut Bertold bereits Mitte der 80er Jahre anlegte und der Bürgerstiftung übergab. Enthalten sind Zeitdokumente und Fotos, die den ansteigenden Mistelbefall in der Gemeinde begleitet haben: Die Basis des Projekts „Bürger für Bäume“. Etwa 150 Baumgiganten schmücken die Gemeinde. Die meisten sind Linden im Alter von bis zu 150 Jahren und älter. Zwei Drittel sind in Privathand. Die Eigentümer seien nicht selten mit der Pflege und der Verkehrssicherung überfordert, erläutert Nikolaus von Grundherr. Nutzen und Freude an den standhaften Riesen hätten dabei aber alle Sauerlacher. „Deshalb wollen wir die Eigentümer gemeinsam bei deren Erhalt unterstützen“, sagt der BSS-Vorsitzende.

Die Idee dabei sei, Verantwortung und Kosten auf mehrere Schultern zu verteilen: Auf die der Bürgerstiftung, der Gemeinde und der Eigentümer zu jeweils einem Drittel. „Es blutet uns immer das Herz, wenn wir einen der alten Bäume fällen müssen, weil er marode ist“, betont auch Barbara Bogner.

Die Dorflinde der Humpls ist Auftakt des Schutzprojekts, weitere vier Anträge liegen der Bürgerstiftung bereits vor.

So kann man helfen

Das Projekt „Bürger für Bäume“ soll zunächst bis 2022 laufen, das Budget der Stiftung ist jedoch begrenzt. Wer spenden möchte, kann Kontakt aufnehmen per E-Mail an info@buergerstiftung-sauerlach.de, unter www.buergerstifung-sauerlach.de oder Tel. 08104/88 76 60.

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