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Mitfahrbankerl gibt es bereits, wie diese hier in Irschenhausen. In Sauerlach sollen es MVV-Wartehäuschen sein, die entsprechend gekennzeichnet sind. 

An sieben Orten sollen sie stehen

Raus aus Sauerlach dank Mitfahrbankerl

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An Wochenenden, Feiertagen und von 19 bis 6 Uhr geht in Sauerlach nichts mehr. Zumindest was die Versorgung mit MVV-Bussen angeht, sagt die örtliche Agenda 21. Wer kein Auto hat, hat ein Problem. Betroffen sind Bürger der Ortsteile von Arget bis Walchstatt. Mitfahrbankerl könnten eine Alternative sein, sagt die Agenda.

SauerlachJohann Friedrich (80), Sprecher des Arbeitskreises Umwelt und Energie, brachte die alte-neue Idee wieder ins Spiel. „Im Grunde überlegen wir schon seit beinahe 20 Jahren, wie wir die Mobilität in Sauerlach steigern können“. Die Pfarrgemeinde und die Nachbarschaftshilfe böten zwar bereits Mitfahrgelegenheiten an. „Das passt aber nicht für jeden Sauerlacher“, sagt der Agenda-Sprecher.

Beispielhaft sei für ihn der Biberger Bürgerbus in Oberbiberg, entstanden aus einer Bürgerinitiative. 30 ehrenamtliche Fahrer wechselten sich dort ab. So etwas habe Sauerlach nicht. Mitfahrbankerl, wie es sie in mehr als 50 bayrischen Gemeinden gibt – darunter Irschenberg, Grafing, Ebersberg – schienen die Lösung. „Kostengünstig und so unkompliziert wie möglich“, werde das Projekt anlaufen.

Sieben strategisch günstige Orte hat Friedrich im Gemeindegebiet gefunden, wo die Bankerl stehen können: Gemeindebücherei, Haltestelle Martinstraße, Altkirchen, Otterloher-/Ecke Münchnerstraße, Bavariastraße Lochhofen, Oberhamer Straße Arget sowie in Otterloh – einem Ortsteil Brunnthals. „Unser Ziel ist, zukünftig alle Landkreisgemeinden auszustatten und Querverbindungen zu ermöglichen“, erklärt Friedrich.

Bei den bisherigen Projekten stehen liebevoll angemalte Bänke am Straßenrand. In Sauerlach ist der Begriff eher symbolischer Natur: Es sind MVV-Wartehäuschen. „Wir haben Plätze gesucht, die vor Regen schützen und bequem sind“, sagt Friedrich.

Wie in alten Tramperzeiten

Schilder, vielleicht mit einem gehobenem Daumen, sollen auf die Tramp-Möglichkeit hinweisen. Nutzen könnten die Sauerlacher die Mitnahmemöglichkeit Tag und Nacht. „Wie in alten Tramperzeiten“, so Friedrich. Unfälle deckt die Kfz-Insassenversicherung. Keine Befürchtung vor Übergriffen verschiedenster Art? „Es ist hauptsächlich für Einheimische gedacht. Die Menschen hier kennen sich, die nehmen sich mit“, sagt Friedrich optimistisch. Zudem: Niemand müsse in ein Auto einsteigen und niemand müsse jemanden mitnehmen. Ein Aufkleber am Auto solle die Bereitschaft zeigen.

Der ÖPNV sei in Sauerlach nur etwas für Leute mit viel Zeit, die es sich einrichten können – der morgendliche Schulverkehr ausgenommen. Für Smartphone-Nutzer interessant: Im Rahmen des Projekts soll es später Akku-Ladestationen an den Mitfahrbankerl geben.

All dies ist noch in der Entwicklungsphase und muss erst dem Gemeinderat vorgelegt werden. Johann Friedrich und die Agenda 21 erhoffen sich bis dahin einen regen Austausch mit den Sauerlachern. Unter der E-Mail-Adresse euklid@microbee.de, Betreff: „Mitfahrbankerl“ ist er für Anregungen, Hinweise oder Wünsche dankbar.

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