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Groß gefeiert haben Eltern und Kinder den Einzug der Musikschule in das Forsthaus im Juli 2014. Nun droht ein neuerlicher Umzug.

Streit um 150 000 Euro für Brandschutzmaßnahmen

Musikschule droht Auszug aus dem Forsthaus

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Im Forsthaus an der Tegernseer Straße in Sauerlach hatte die Musikschule Sauerlach-Brunnthal im Juli 2014 eine neue Heimat gefunden. Auf die allgemeine Zufriedenheit folgt nun aber die Ernüchterung. Der Musikschule droht der Auszug aus dem lieb gewonnen Forsthaus.

Sauerlach – Schuld daran sind Streitigkeiten über die Finanzierung nötiger Brandschutzmaßnahmen. Auf der einen Seite steht die Gemeinde. Sie zahlt jährlich rund 30 000 Euro Miete für das Objekt. Auf der anderen Seite stehen die Bayerischen Staatsforsten, denen das denkmalgeschützte Gebäude gehört. Dabei dreht sich alles um die eine Frage: Wer bezahlt die nötigen Umbauten, die bis zu 150 000 Euro verschlingen könnten?

Den Standpunkt der Gemeinde machte Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV) auf der Sauerlacher Bürgerversammlung klar. „Der Gemeinderat vertritt die Meinung, dass wir kein Geld in ein Gebäude stecken, dass uns nicht gehört“, sagt sie. Verhandlungen über eine gesplittete Finanzierung seien bislang im Sand verlaufen. Denn die Staatsforsten pochen darauf, dass die Gemeinde die kompletten Kosten übernimmt. Die Begründung laut Bogner: Schließlich sei die Gemeinde dafür verantwortlich, dass der Umbau überhaupt nötig ist.

Durch den Einzug der Musikschule in das Forsthaus musste nämlich eine Nutzungsänderung für das Objekt beantragt werden. Von einem Wohngebäude hin zu einer öffentlichen Nutzung – was die Auflagen in Sachen Brandschutz nach sich gezogen hat. Die Verhandlungen über die Übernahme der durch den nötigen Umbau entstehenden Kosten ziehen sich schon über anderthalb Jahre. Eine Einigung ist derzeit nicht in Sicht, sagt Bogner.

Während Gemeinde und Staatsforsten also über die Zukunft der Musikschule im Forsthaus verhandeln, hängen die Betroffenen – 23 Lehrer, 560 Schüler und freilich auch die Eltern – in der Luft. Sie fühlen sich wohl in dem mit viel Grün umgebenen Satteldachbau und würden gerne bleiben. „Das ist für uns natürlich nicht schön. Wir sind in einer Warteposition“, fasst Ulrike Both, die Vorsitzende der Musikschule, die aus ihrer Sicht „blöde Situation“ zusammen. Für die Kinder bestehe keine Gefahr, daher findet der Unterricht wie gewohnt statt, bis eine Lösung gefunden ist. Eingeschränkt wird der Schulbetrieb nur minimal. Lediglich im Dachgeschoss finden aus brandschutzrechtlichen Gründen keine Kurse mehr statt. „Wir werden weiterhin alles tun, um den Unterricht ruhig und beständig fortzuführen“, sagt Both.

Für den Fall der Fälle sucht die Gemeinde aber bereits nach Alternativstandorten. Wie der Münchner Merkur aus sicherer Quelle erfahren hat, fasst man dabei auch ein Bürogebäude im Gewerbegebiet ins Auge. Bestätigen wollte Bürgermeisterin Bogner das auf Nachfrage jedoch nicht. Sie sagt: „Wir hoffen, dass wir uns in irgendeiner Weise mit den Staatsforsten einigen.“

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